Strategisches Beschaffungs-Controlling

Strategisches Beschaffungs-Controlling umfasst die Koordination der strategischen Planung und Kontrolle mit den operativen Planungs- und Kontrollaufgaben sowie dem Informationssystem. Die konkreten Tätigkeiten des strategischen Beschaffungs-Controlling ergeben sich daher aus dem Gegenstand strategischer Führungsaufgaben für die Beschaffung. Das Ziel der strategischen Beschaffungsplanung besteht in der Sicherung der Versorgung mit den erforderlichen Gütern. Deshalb müssen die Probleme künftiger Beschaffungsmöglichkeiten und die Chancen verbesserter Beschaffungsmöglichkeiten frühzeitig erkannt werden.
Das strategische Beschaffungs-Controlling ist insb. auf die Abstimmung mit dem Informationssystem sowie der Planung und Kontrolle gerichtet. Instrumente des Informationssystems sind insb. Frühwarnsysteme und Beschaffungsportfolio-Analysen. Frühwarnsysteme sollen zusätzliche Bedarfe der Unternehmung, z.B. für die Herstellung neuer Produkte, rechtzeitig erkennen lassen. Andererseits sollen sie Veränderungen auf dem Beschaffungsmarkt anzeigen, so dass die Unternehmung ausreichende Reaktionsmöglichkeiten besitzt. Ein Beschaffungs-Portfolio vermittelt dagegen einen Überblick über die verschiedenen Dimensionen der Beschaffungspolitik.

Im Hinblick auf die interne Planung und Kontrolle ist zu prüfen, inwieweit die Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug längerfristig den Beschaffungszielen entspricht. Ferner kann eine Sicherung der Güterversorgung durch ein stärkeres Recycling erreicht werden. Die Absicherung der längerfristigen Güterbereitstellung kann des Weiteren durch entsprechende Gestaltung des Beschaffungssystems einschließlich geeigneter EDV-Programme unterstützt werden. Auch detaillierte Beschaffungshandbücher, in welchen die Beschaffungsabläufe und zuständigkeiten geregelt sind, dienen diesen Zwecksetzungen.

Extern gerichtete Planungs- und Kontrollmaßnahmen betreffen den Beschaffungsmarkt und dessen Entwicklung. Wichtige Instrumente, um die längerfristige Versorgung zu garantieren, liegen hier in der Bezugsquellensicherung, der vertikalen und horizontalen Kooperation und in der Ausweitung des Beschaffungsmarktes. Vertikale Kooperationen beinhalten eine Zusammenarbeit mit Lieferanten, beispielsweise in Form von Kompensationsgeschäften oder gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Die Zusammenarbeit mit den Lieferanten oder mit anderen Nachfragern stellt eine Änderung der Marktverhältnisse dar.

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