Steuersystem von Irland

Das irische Steuerrecht geht ursprünglich auf britische Rechtsquellen zurück, ist aber inzwischen in einer eigenen Steuergesetzgebung kodifiziert. Natürliche Personen unterliegen der Einkommensteuer (income tax). Es existieren nur zwei Tarifgruppen mit Sätzen von 20 und 42 %.

Private Veräußerungsgewinne unterliegen der allgemeinen Steuerpflicht. Die sich aus der Einkommensteuererklärung des Steuerpflichtigen ergebende Steuerschuld ist von diesem selbst zu berechnen und bis zum 1. November nach Ablauf des Veranlagungszeitraums zu entrichten. Kapitalgesellschaften und andere juristische Personen unterliegen der Körperschaftsteuer (corporation tax).
Seit dem 5. 4. 1999 ergibt sich mit der Abschaffung des Anrechnungssystems eine Doppelbelastung der Gewinne von Kapitalgesellschaften mit Körperschaftsteuer bei der Kapitalgesellschaft und im Falle von Ausschüttungen mit Einkommensteuer auf Dividenden beim Gesellschafter. Ausgangspunkt der steuerlichen Gewinnermittlung ist die handelsrechtliche Rechnungslegung; eine absolute Maßgeblichkeit besteht aber nicht, sodass zahlreiche Korrekturen notwendig sind.

Neben Verbrauch- und Aufwandsteuern, Vermögensverkehrsteuern, existiert eine Erbschaft- und Schenkungsteuer (capital acquisitions tax). Eine Vermögensteuer wird nicht mehr erhoben. Es bestehen rd. 33 Steuerabkommen, die weitgehend dem OECD-MA folgen. Insgesamt ist das Steuerrecht Irlands auf Industrialisierung durch Ansiedlung ausländischer Investoren ausgerichtet (Steueroase).

Seit 1980 gelten begünstigte Körperschaftsteuersätze von 10 % für verschiedene Einkunftsarten zur Förderung von produzierendem Gewerbe und bestimmten Dienstleistungen (Dienstleistungsgesellschaften der Shannon Airport Zone, Finanzdienstleistungsgesellschaften der Dublin Customs House Docks Area). Nach heftiger Kritik innerhalb der EU wird seit 2003 ein allgemeiner Körperschaftsteuersatz von 12,5 % erhoben. Die bisherige 10 %-Begünstigung soll noch bis zum 01.01.2011 bestehen bleiben.

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