Steuerbelastungsvergleich

(1) Der Steuerbelastungsvergleich ist ein Instrument der Steuerwirkungs- und Steuergestaltungsanalyse (Steuerplanung, betriebliche). Das Ziel, steuerliche Belastungen realisierter oder geplanter betriebswirtschaftlicher Sachverhalte zu quantifizieren, kann mit zwei Vorgehensweisen erreicht werden. Die Bruttomethoden, z. B. Nullwertverfahren oder Teilbedarfsrechnung, orientieren sich an der Fragestellung: Welcher Betrag ist vor Steuern erforderlich?

Die Nettomethoden (Veranlagungssimulation, Teilsteuerrechnung) fragen danach, welcher Betrag nach Steuern übrig bleibt. Der klassische Steuerbelastungsvergleich wird vorrangig für Rechtsformentscheidungen genutzt. Mit Hilfe der Veranlagungssimulation oder der Teilsteuerrechung sind genaue Berechnungen möglich. Allerdings sind die Ergebnisse einzelfallbezogen auf den individuellen Sachverhalt gerichtet. Die DV-Entwicklung hat maßgeblich zur praktischen Anwendung der Steuerbelastungsvergleiche beigetragen (Steuer-Informatik).
(2) Internationale Steuerbelastungsvergleiche haben die Aufgabe, betriebliche Steuerwirkungen von grenzüberschreitenden Unternehmensaktivitäten zu quantifizieren. Sie beruhen auf externen, tariforientierten Daten und entsprechen daher regelmäßig nicht den tatsächlichen Belastungen. Der interne Belastungsvergleich stellt die steuerlichen Wirkungen nach tatsächlichen Informationen über einzelne Handlungsalternativen bei unterschiedlichen Standorten gegenüber.

Typischerweise ergibt sich ein Zwei-Länder-Vergleich. Als Methode steht hier vorrangig die Veranlagungssimulation zur Verfügung. Internationale Steuerbelastungsvergleiche können außerdem volkswirtschaftlich orientiert sein, indem sie gesamtwirtschaftliche Verteilungsfolgen ermitteln und analysieren (Abgabenquote).

Der Aussagewert volkswirtschaftlicher Durchschnittsziffern über die Belastung einzelner Gruppen (z. B. Unternehmen oder Arbeitnehmer) ist allerdings begrenzt. Internationale Steuerbelastungsvergleiche sind noch wenig entwickelt; eine theoretische und konzeptionelle Durchdringung der Methodenwahl steht noch aus.

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