Anlagenbereitstellung

Anlagenbereitstellung ist das Aktivitätsfeld der integrierten Anlagenwirtschaft, das aufgrund der vielfältigen Wirtschaftlichkeitsfragen einer besonders engen informationswirtschaftlichen Kopplung zum Anlagencontrolling bedarf. Anlässe für die Anlagenbereitstellung sind insb. in dem Streben nach Erweiterung des Anlagenparks, der Notwendigkeit der Anlagenerneuerung oder dem Bemühen um eine Modernisierung des Anlagenparks begründet. Die im Rahmen der Anlagenbereitstellung zu berücksichtigenden

Teilpläne und Teilphasen werden aus Abbildung ersichtlich, die aufgrund der besonders engen Interdependenzen auch Aufgabenfelder der Anlagenprojektierung beinhaltet.
Grundsätzlich ist zu klären, ob eigene Anlagen bereitzustellen sind oder vom Anlagen-Leasing Gebrauch gemacht werden soll. Im erstgenannten Fall kann insb. in Betrieben des Maschinen- und Apparatebaus (etwa bei der Bereitstellung von Werkzeugen, Vorrichtungen, Modellen, Schablonen, Formen) zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug gewählt werden, beim Kauf weiterhin zwischen der Beschaffung neuer oder gebrauchter Anlagen.

Die Anlagenbereitstellung hat dafür Sorge zu tragen, dass die Betriebsmittel zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort sowie in der erforderlichen qualitativen und quantitativen Beschaffenheit bereitstehen. Besondere Bedeutung ist der Planung des Bereitstellungszeitpunktes beizumessen. Die Beschaffungsfristen für Anlagen sind im Allgemeinen länger als für Verbrauchsgüter. Daher ist oft schon lange Zeit vor Beginn der Leistungserstellung mit dem Aufbau der Kapazität zu beginnen, die Beschaffungsentscheidung also schon sehr frühzeitig, oft bei noch sehr unvollkommenen Informationen, zu treffen. Dies stellt besonders hohe Anforderungen an die unternehmensinterne Abstimmung, die vorrangig zwischen dem Anlagencontrolling und dem Produktionscontrolling stattfinden muss.
Die sachlichen und zeitlichen Alternativen der Anlagenbereitstellung werden von der unternehmensspezifischen Investitionspolitik und vom jeweiligen technologischen Grundkonzept bestimmt. So gesehen ist primär die strategische Unternehmensplanung für die Anlagenbereitstellungspolitik ausschlaggebend. Die marktorientierten Unternehmensstrategien prägen die geplante technologische Entwicklung und über diese das Verhältnis von Ersatz-, Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen. Diese Einbindung macht die Anlagenbereitstellung zu einem sehr bedeutsamen Aufgabenfeld der unternehmensspezifischen Existenzsicherung.

Abgesehen davon wird die Anlagenbereitstellung stets auch von bilanzpolitischen Zielsetzungen beeinflusst, die vor allem die Kauf-Leasing-Relation mitbestimmen. Über diesen Zusammenhang nehmen verständlicherweise auch die Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung Einfluss auf die Anlagenbereitstellung. I.S.e. integrierten Anlagenmanagements ist schon anlässlich der Anlagenbereitstellung auf die Optimierung der Anlageninstandhaltung zu achten. So ist bei der Auswahl neuer Technologien vor allem auf die Instandhaltungsarmut und Instandhaltungsfreundlichkeit der jeweiligen Maschinen und sonstigen Betriebsmittel zu achten.

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