Galoppierende Inflation

Auch bekannt als: Hyperinflation

Im deutschen Sprachraum ist die „galoppierende Inflation“ nur mehr in den Geschichtsbüchern anzutreffen und zwar im Kontext der „Deutschen Inflation“ von 1914 bis 1923.

Damals eine der gravierendsten Geldentwertungen in der neuzeitlichen Geschichte der Industrienationen, ist diese Art der Inflation heute in den europäischen Volkswirtschaften ein eher seltenes Phänomen. Zuletzt geriet der Weißrussische Rubel in den Jahren 2011 und 2012 derartig unter Druck.

Definition / Erklärung

Die Wendung „galoppierende Inflation“ umschreibt metaphorisch einen überproportional starken wie rasanten Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Üblicherweise spricht man von dieser Form der Geldentwertung bei einer monatlichen Inflationsrate von mehr als 20 Prozent.

Zudem ist die „galoppierende Inflation“ durch eine unkontrollierbare und unumkehrbare Eigendynamik gekennzeichnet. Sie geht nicht selten in einer sogenannten Hyperinflation auf, deren monatliche Inflationsrate mehr als 50 Prozent beträgt. Häufig werden beide Inflationsformen gleichgesetzt, da die einzelnen zugrunde liegenden Parameter bis heute nicht wissenschaftlich festgesetzt sind.

Ursachen einer galoppierende Inflation



Die Entstehung dieser extremen Form der Inflation geht nahezu immer mit größeren politischen Umwälzungen, Krisen oder Kriegen einher. Dabei begegnet der Staat oftmalig dem mit derartigen Ereignissen verbundenen, sprunghaften Anstieg der Ausgaben mit einer erhöhten Gelddruckmenge.

In der Regel überschreiten jedoch die gedruckten Geldmengen irgendwann die eigenen Reserven, sodass der Staat beginnt seinen Verpflichtungen mit ungedecktem Geld nachzukommen. Damit wird der Point of no Return erreicht, da ab diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr besteht, den zunehmenden Geldwertverlust durch eigene Reserven zu stoppen.

Die Urheberschaft für diese Inflationsform liegt demnach ausnahmslos beim Staat.

Folgen einer galoppierende Inflation

Dem zusätzlichen Geld stehen im Wirtschaftskreislauf immer weniger Güter und Dienstleistungen gegenüber, was zu einer entsprechenden Preissteigerung, dem kontinuierlichen Schwinden der Kaufkraft und schließlich zum Einbruch der Nachfrage führt. Daran gekoppelt sind außerdem drastische Verluste bei Finanzanlagen und Investitionen, die auf der betroffenen Währung gründen.

Alle Faktoren sorgen dafür, dass das Vertrauen in die jeweilige Währung im erheblichen Maße sinkt. Die Folgen sind gemeinhin eine Kapitalflucht in fremde Devisen und eine Flucht in inflationssichere Sachwerte. Daneben ersetzt der Tauschhandel häufig die Währung.

Um dieser permanenten Abwärtsspirale zu entkommen, ist die einzige sinnvolle und typischerweise praktizierte volkswirtschaftliche Lösung die Währungsreform.

Zusammenfassung

  • extreme Form der Inflation mit monatlichen Teuerungsrate von mehr als 20 Prozent
  • häufig in einer Hyperinflation aufgehend mit Inflationsrate von mehr als 50 Prozent
  • geht auf erhöhten staatlichen Geldbedarf im Rahmen von politischen Krisen und Kriegen zurück
  • unkontrollierbare und unumkehrbare Inflationsform
  • Währungsreform als volkswirtschaftliche Lösung
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