Unternehmenswertorientierte Performance-Matrizen

Unternehmenswertorientierte Performance-Matrizen stellen für die einzelnen strategischen Geschäftseinheiten eines Unternehmens ein Maß für die aktuelle Ist-Performance (z.B. den ROI des laufenden Jahres) einem Maß für die zukünftige Performance (z.B. den Wertbeitrag einer Geschäftseinheit) gegenüber. Aus Sicht des wertorientierten Controlling sollen hiermit Wertsteigerungspotenziale aufgespürt werden, um die (langfristige) Förderwürdigkeit von strategischen Geschäftseinheiten vor dem Hintergrund der aktuellen Situation beurteilen zu können.
Insbesondere von Beratungsunternehmen wurden verschiedene Ansätze entwickelt, die sich im Wesentlichen nur durch die Wahl der jeweiligen Erfolgskennzahlen unterscheiden:

– Performance-Portfolio nach PIMS

– Value Creation Matrix nach Reimann

– Planwert-Portfolio nach Boston Consulting Group

– Werterzeugungs-/Cash Flow-Portfolio nach Häfner & Partner

– M/B-Ratio versus Economic Value to Book Ratio-Matrix nach McKinsey & Co.

Da die verschiedenen Ansätze teilweise Inkonsistenzen bezüglich der Messung der aktuellen und der zukünftigen Performance aufweisen, soll nachfolgend ein genereller Ansatz für eine Performance-Matrix vorgestellt werden.

Zur Messung der aktuellen Performance wird hierbei der Freie Cash Flow vor Zinsen und nach nicht-anrechenbaren Steuern in Relation zum Gesamtvermögen der jeweiligen strategischen Geschäftseinheit gewählt, wobei das Gesamtvermögen ausgehend von historischen Anschaffungs- oder -Herstellungskosten inflationsangepasst oder soweit möglich zu Zeitwerten bewertet wird. Dadurch wird zum einen ein Cash Flow-orientiertes Maß verwandt, dass den Freien Cash Flow als .wesentliche Jahreszielgröße des Shareholder Value-Konzeptes enthält ( unternehmenswertorientierte Performancemaße). Zugleich wird durch den Bezug auf das Gesamtvermögen ein Gesamtkapitalansatz verfolgt, der keiner Kapitalstruktur auf der Ebene der strategischen Geschäftseinheiten bedarf. Die Verwendung historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten vermeidet Verzerrungen aufgrund der Altersstruktur. Eine Inflationsanpassung oder eine Bewertung zu Zeitwerten der zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschafften Vermögensgegenstände wäre geboten, wird jedoch häufig aus Wirtschaftlichkeitsgründen unterbleiben müssen.

Zur Messung der zukünftigen Performance ist eine Orientierung am geplanten zukünftigen Wertbeitrag sinnvoll, wie sie durch die Shareholder Value-Überrendite oder die Shareholder Value-Endwert-Rendite möglich ist. Hierbei wird der über Unternehmensbewertungsverfahren ermittelte Wert der strategischen Geschäftseinheit zum investierten Kapital in Beziehung gesetzt und in eine jährliche Renditegröße umgerechnet (Unternehmensbewertung). Damit kann auf die Bewertung durch den Kapitalmarkt verzichtet werden. Zudem wird nicht nur auf ein einzelnes zukünftiges Jahr abgestellt, sondern der quasi unendliche Betrachtungshorizont des Wertbeitrages berücksichtigt. Die Errechnung einer Rendite beseitigt ferner Probleme, die durch von Geschäfteinheit zu Geschäftseinheit unterschiedlich lange Planungshorizonte entstehen können.

Folglich ergibt sich die in der Abbildung dargestellte unternehmenswertorientierte Performance-Matrix, die verschiedene Normaussagen zu den jeweiligen Positionierungen der strategischen Geschäftseinheiten in der Matrix ermöglicht.

War die Erklärung zu "Unternehmenswertorientierte Performance-Matrizen" hilfreich? Jetzt bewerten:

Weitere Erklärungen zu Controlling