Unternehmenswertorientierte Break-Even-Analyse

Unternehmenswertorientierte Break-Even-Analyse bezeichnet eine modifizierte Form der Break-Even-Analyse und stellt ein wesentliches Instrument des wertorientierten Controlling dar. Die Möglichkeiten einer unternehmenswertorientierten Break-Even-Rechnung sollen anhand des folgenden Beispiels erläutert werden:
Eine Geschäftseinheit realisiert p.a. einen konstanten Umsatz von 500 Mio. €. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen beträgt 6% des Umsatzes (= Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen). Der hierauf berechnete Steuersatz für die nicht-anrechenbaren Steuern beträgt 10%. Jährlich wird zusätzlich zur Reinvestition der Abschreibungen in Höhe von 1% des Umsatzes in das Anlagevermögen investiert, um Einsparungen in selber Höhe des Working Capital zu erhalten (z.B. Investition in Warenwirtschaftssysteme zur Reduktion des Vorratsbestandes). Wachstumsfördernde Erweiterungsinvestitionen sind damit nicht beabsichtigt. Das investierte Kapital (Anlagevermögen und Working Capital) beträgt 225 Mio. €. Die Kapitalkosten des Gesamtkapitals betragen 10%.

Mit Hilfe der Break-Even-Analyse kann nun analysiert werden,

a) welche Break-Even-Werte die Ausgangsparameter annehmen dürfen, damit die Geschäftseinheit einen Wertbeitrag von 0 € erwirtschaftet, d.h. die Kapitalkosten gerade abdeckt sind;

b) welche Zielgrößen zu erreichen sind, um den momentanen Unternehmenswert um 60 Mio. € zu steigern. Unter der vereinfachenden Annahme der ewigen Rente errechnet sich der Unternehmenswert des Gesamtkapitals.

Zielsetzung der dynamischen unternehmens-wertorientierten Break-Even-Analyse ist es,

– die Anlaufphase soweit als möglich zu „stauchen“ (z. B. durch Verkürzung von Entwicklungszeiten; Verschiebung der Soll-Wertbeitragskurve nach rechts)

– die Anlaufkosten zu reduzieren bzw. in die Zukunft zu verlagern (z. B. durch Leasing statt Kauf etc.; Abflachung der Soll-Wert-beitragskurve)

– die Phase mit positiven Freien Cash Flows, d.h. den Marktzyklus soweit als möglich vorzuverlagern (z. B. durch Zukauf von Know-how oder Vertriebskanälen; Verschiebung der Ist-Wertbeitragskurve nach links)

– die Freien Cash Flows zu erhöhen (z. B. durch Kostenmanagement, Reduktion von Bestandsreichweiten, Outsourcing etc.; Verschiebung der Ist-Wertbeitragskurve nach oben)

– den Vermarktungszeitraum soweit als möglich auszudehnen (z. B. durch Relaunch, durch Aufbau von Eintrittsbarrieren etc.; Streckung der Ist-Wertbeitragskurve nach rechts)

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