Performance einer Investition

Bei vielen Investitionen steht das finanzielle Ziel im Vordergrund, weshalb die Güte der Investition durch die Rendite gemessen wird. Die Rendite ist eine Kennzahl, bei der das in einer Periode erzielte Ergebnis durch den Kapitaleinsatz (zu Beginn der Periode) geteilt wird. Für das Folgende betrachte man eine vergangene Periode, etwa das letzte Jahr. Angenommen, der Investor hätte zu Beginn des vergangenen Jahres teilweise Fremdmittel für die Finanzierung der Investition herangezogen, dann wäre durch den Leverage-Effekt die Rendite verändert worden, wenngleich auch die Risiken sich anders dargestellt hätten.
Generell kann durch ein mehr an Risiko eine höhere Rendite erwartet werden. Die Rendite erlaubt daher nur eine Beurteilung des Investitionserfolges, wenn auch etwas über die Risiken gesagt wird. Kennzahlen der Performance adjustieren die Rendite um das eingegangene Risiko.

Die Sharpe-Ratio hat sich in der Praxis am meisten durchgesetzt. Die Kennzahl orientiert sich an der Idee der Konstruktion des Tangentialportfolios, womit die Klassische Portfoliotheorie den Bezugsrahmen bildet. Folglich eignet sich die Sharpe-Ratio für eine Messung und Beurteilung Performance sofern die Voraussetzungen der klassischen Portfoliotheorie gegeben sind, namentlich die Normalverteilung einfacher Renditen. Das Tangentialportfolio wird gefunden, indem man die Gerade mit der höchsten Steigung an die Effizienzkurve legt.

Im Licht dieser Konstruktion hat SHARPE vorgeschlagen, die Performance eines Portfolios oder einer Investition P im Berichtsjahr durch die Steigung jener Geraden zu messen, die vom Zinssatz i zu jenem Punkt führt, der die Rendite rP und die Streuung SD, dieses Portfolio im Berichtsjahr darstellt. Je größer diese Steigung, desto besser ist die Performance.

Die Sharpe-Ratio SR drückt jene Überrendite aus, die mit einem Risiko von 100% gemessen durch die Streuung der einfachen Rendite in der Berichtsperiode hätte erzielt werden können.

Anders ausgedrückt wird mit der Sharpe-Ratio die Überrendite oder der Reward je Einheit Gesamtrisiko oder Variabilität (denn eine Streuung von 100% ist eine Streuung von 1) ermittelt. Das erklärt die ursprüngliche Bezeichnung Reward-to-Variability-Ratio.

Um die Sharpe-Ratio zu berechnen, wird die einfache Rendite des Portfolios im Berichtsjahr benötigt sowie der Einjahreszinssatz so, wie er zu Beginn des Berichtsjahres gegolten hat. Soweit sind die Datenanforderungen minimal. Die tatsächlich erzielte Überrendite wird durch die Streuung der Portfoliorendite oder der Rendite der Investition geteilt. Hier wird es etwas schwieriger, was die Daten anbelangt:

Ist nur der Portfoliowert zu Beginn und zu Ende des Berichtsjahres bekannt, weiß man zunächst nichts über die Renditestreuung. Einfach ist es, wenn der Portfoliomanager die Renditen für einige der letzten Jahre angibt und beteuert, eine im Hinblick auf das Risiko gleichmäßige Anlagepolitik verfolgt zu haben. Dann würden wir die Streuung als Stichprobenstreuung schätzen.

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