Multiples (Unternehmensbewertung)

Mit Multiple wird ein jedes Verfahren umschrieben, bei dem eine Unternehmung durch ein Vielfaches einer Bezugsgröße (hier der Gewinn) bewertet wird.

Wenn eine Unternehmung fortgeführt werden soll, dann ist ihr Wert als Barwert jener Geldbeträge aufzufassen, die den Inhabern entweder direkt zufließen werden (etwa als Dividende) oder zufließen könnten (wie thesaurierte Gewinne) und sich als Wachstum äußern.

Im Grunde kommt es auf die zukünftigen „Gewinne“ an. Der Gewinn sei mit G bezeichnet. Außerdem sei Nullwachstum unterstellt. Der Unternehmenswert ist ein Vielfaches m des Gewinns G , denn die Formel für den Barwert einer unendlichen Rente besagt, daß der Barwert gleich dem Quotienten aus Rentenhöhe und Diskontsatz ist. Der Multiplikator oder das Multiple um die dem Angelsächsischen entlehnte Bezeichnung zu gebrauchen ist gleich dem Kehrwert des für die Diskontierung anzuwendenden Satzes k.

Aus heutiger Sicht würde der Diskontsatz in Höhe einer Rendite angesetzt werden, die bei alternativen Anlagen vergleichbaren Risikos erwartet werden kann. Das können beispielsweise 10% oder 12% sein. In diesem Sinne darf k als Kapitalkostensatz bezeichnet werden.
Ähnlich ergibt sich der Barwert einer Reihe geometrisch wachsender „Zahlungen“ als ein Vielfaches der Höhe der nächsten Zahlung. Nur ist dieses Mal das Multiple gleich dem Kehrwert der Differenz von Kapitalkosten und Wachstumsrate.
Praktiker bestimmen das Multiple nicht über Kapitalkosten oder über Kapitalkosten und Wachstumsraten. Sie ermitteln das Multiple direkt und recht empirisch als eine im Markt zu beobachtende Größe. In der Tat ist wegen Wert = Multiple * Gewinn das Multiple gleich dem Quotienten von Wert und Gewinn. Praktiker ziehen nun Vergleichsuntemehmen heran und fragen, zu welcher Relation zwischen Wert und Gewinn das ist nichts anderes als das Kurs-Gewinn-Verhältnis sie an der Börse gehandelt werden. Das so aus Branchenvergleichen gewonnene Multiple wird dann noch gegebenenfalls „adjustiert“ um Sonderfaktoren. So erspart man sich die Diskussion der Kapitalkosten. Diese Vorgehensweise heißt Comparable-Company-Verfahren.

Die Vorgehensweise hat Schule gemacht, und es wurden Varianten vorgeschlagen, den Wert einer Unternehmung zu bestimmen, indem unterschiedliche Bezugsgrößen mit einem „marktüblichen“ Multiple vervielfacht werden. So wird beispielsweise der Cashflow ermittelt und mit einem speziellen Multiple, das den Relationen zwischen Wert und Cashflow bei Vergleichsunternehmen entspricht, multipliziert. Es gibt auch Multiples, mit denen der Umsatz multipliziert wird. Das ist besonders bei Handelsunternehmen gebräuchliche Praxis.

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