Multinationale Unternehmung (MNC)

Eine Multinationale Unternehmung (Multi-National Corporation MNC) ist eine Unternehmung, die nicht nur in ihrem Stammland, sondern in mehreren Ländern oder sogar weltweit tätig ist und dabei einen wesentlichen Teil ihrer Wertschöpfungsaktivität im Ausland vollbringt.

Eine Unternehmung wird nicht schon dann als MNC betrachtet, wenn sie ihre Erzeugnisse exportiert oder Faktoren aus dem Ausland bezieht. Wenn aber zum Beispiel die Forschung und Entwicklung oder ein Teil der Produktion in anderen Ländern stattfinden, oder wenn der Hauptsitz und die Konzernleitung sich in einem anderen Land befinden als die Bereiche, dann liegt eine MNC vor.
Im Zusammenhang mit dem Wertmanagement stellt sich die Frage, ob MNC typischerweise einen höheren Wert haben als vergleichbare Unternehmen, die sich stark auf ein Land konzentrieren. Nach MORCK und YEUNG sind hierzu mehrere Theorien entwickelt worden:

1. Die Theorie der Internalisierung: Eine Unternehmung kann durch multinationale Aktivitäten neue Märkte für ihre immateriellen Vermögenswerte (Patente, Humankapital, Marketingfähigkeiten) erschließen.

2. Die Theorie der unvollkommenen Märkte: Da in der Realität die Märkte nicht vollkommen sind, kann eine MNC Wertsteigerungen erzielen, indem sie Arbitragegeschäfte realisiert. Eine MNC kann ihren Wert steigern, indem sie ein Niedrigsteuerland für ihr Hauptquartier wählt oder Gewinne durch ein Transferpreissystem steueroptimal verteilt. Zudem können Inputkosten wie Produktionskosten durch Auslandspräsenzen minimiert werden.

3. Die Management-Theorie: Sie besagt, daß Multinationalität den Wert einer Unternehmung negativ beeinflußt, da es stärkere Interessenskonflikte gibt. Hier wird hervorgehoben, daß das lokale Management oft dazu neigt, das eigene Ansehen durch öffentlichkeitswirksame Projekte zu steiegrn, auch wenn dies für den Konzern wenig rentabel ist.

Welche dieser Theorien die Realität am besten beschreibt, ist nicht abschließend geklärt. Obwohl Studien zu verschiedenen Ergebnissen gelangen, zeichnet sich ab, daß die erstgenannte Theorie der Internalisierung wohl am zutreffendsten ist. Also: Eine MNC erzielt eine Wertsteigerung, wenn das Unternehmensportfolio die Zusammensetzung der Unternehmung aus Einheiten und Bereichen die Nutzung immaterieller Produktionsfaktoren fördert.

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