Mergers & Acquisitions (M&A)

Mit dem Begriff Mergers and Acquisitions, abgekürzt M&A, werden alle Vorgänge im Zusammenhang mit dem Kauf und der Verschmelzung von Unternehmen oder von Unternehmensteilen bezeichnet.

Wenn der Käufer selbst eine Unternehmung ist und keine anderen Absichten hat, wird eine gekaufte Unternehmung entweder schnell oder stufenweise integriert. Man spricht von einer Akquisition, wenn klar ist, daß der Käufer die Führung bei der Transaktion übernehmen und später die wesentlichen Entscheidungen treffen wird. In der Regel ist das die größere der beiden Unternehmen. Etwas despektierlich ist der Begriff Takeover, mit dem klar ausgedrückt wird, wer der übernommene Part ist.
Mit dem Begriff Merger (Fusion) soll ausgedrückt werden, daß sich die beiden Unternehmen, die sich zusammen fmden, als Partner verstehen und auch nach der Transaktion innerhalb der neu geschaffenen juristischen Einheit gemeinschaftlich die anstehenden Entscheidungen treffen wollen. Ein Merger ist die Regel, wenn die beiden Unternehmen etwa gleich groß sind. Von einem Merger wird auch gesprochen, wenn eine größere Unternehmung eine kleinere kauft, aber ein partnerschaftliches Vorgehen signalisieren möchte.

Selten kommt es zu einem Reversed Takeover. Hier übernimmt eine kapitalstarke Unternehmung eine kleinere Unternehmung, die jedoch hinsichtlich Namen, Ideen, und Management so attraktiv ist, daß am Ende der große Käufer in dem kleinen Kaufobjekt aufgeht oder gar darin untergeht. Solche Transaktionen werden von einer Unternehmung begonnen und sind Angelegenheit der obersten Führungsspitze. Diese Person, meistens der Präsident der Geschäftsleitung oder des Aufsichtsrats, sieht sich natürlich um, und es werden Erkundungen eingeholt. Vor der Bekundung der Transaktionsbereitschaft wird von den Angesprochenen, ohne daß sie bereits wissen, worum es geht, eine Geheimhaltungspflicht unterzeichnet. Wer sie verletzt, setzt sich hohen Strafforderungen aus.

Bald ziehen die Parteien spezialisierte Makler, sogenannte M&A-Boutiquen, hinzu. Hierbei handelt es sich um freie Finanzmakler, um spezialisierte Firmen, die Unternehmen bewerten können, oder um Teams, die zu einer Investmentbank gehören. Sie helfen bei der Bewertung und machen mit ihren Informationen einen regelrechten Markt für Mergers and Acquisitions auf. Da im Verlauf der Transaktionen auch Finanzierungen erforderlich sind, werden Spezialisten für das Corporate Finance hinzugezogen.

Die betriebswirtschaftlichen Gründe für Mergers and Acquisitions sind vielfältig. Ein wichtiger Anlaß, aus dem kleinere Unternehmen sich zum Kauf anbieten, ist die Nachfolgeregelung. Kleine Unternehmen befinden sich oft in einer Phase des Wachstums, können es aber nicht selbst finanzieren. Auch dann bietet sich der Verkauf an eine größere Unternehmung, die Gewähr bietet, daß die Wachstumsideen realisiert werden können. Manager großer Unternehmen nennen oft Synergien als Argument, oft jedoch fehlt es später an der Konsequenz der internen Umsetzung um sie wirklich zur Geltung zu bringen. Konkurrenten, besonders wenn sie unterschiedliche geographische Gebiete bedienen, suchen gewisse Rationalisierungsmöglichkeiten bei gemeinsamer Produktion zu bewerkstelligen. Gemeinsame Basis aller dieser Gründe ist das Streben nach Wertsteigerungsmöglichkeiten.
Zwei Phasen sind auseinanderzuhalten:

1. Im Entscheidungsprozeß geht es um die Klärung dieser Sachverhalte: Bewertung einer Übernahme, Ermittlung von Alternativen, Festlegung von Rahmenbedingungen (etwa: Zeitpunkt der Umsetzung, Preislimit).

2. Beim Integrationsprozeß geht es um die Schaffung einer kooperativen Atmosphäre, um die Festlegung von Verantwortlichkeiten, um die Integration selbst und um den Transfer und den Einsatz von Fähigkeiten in der neuen Unternehmung.

Leider wird die zweite Phase häufig nicht bis zum Ende ausgeführt und es gibt Unternehmenskäufe und Fusionen, die am Ende nur enttäuschen. Gelegentlich wird nach Jahren deutlich, daß die Chefs, die in der ersten Phase den Ausschlag gaben, zu stark von persönlichen Zielen des Empire-Building geleitet waren und zuviel bezahlt hatten.

Immer wieder verwundert sind Wissenschaftler über das Phänomen der Wellen von Mergers and Acquisitions. Hier spielt hinein, daß Akquisitionen zum Teil mit Aktien bezahlt werden. So sind Käufe von Unternehmen leichter, wenn im Verlauf einer Börsenhausse eine Unternehmung Aktien mit hohem Kurs bieten kann. Selbstverständlich muß sie dazu über diese Aktien bereits verfügen, und auch aus diesen Gründen werden frühzeitige Aktienrückkäufe getätigt. Aktien sind die Währung, mit der immer mehr bei Unternehmenskäufen und Fusionen „bezahlt“ wird.

Gemessen am Transaktionsvolumen im Jahr 2000, ausgedrückt in Milliarden USD (in der Klammer genannt), sind dies die sieben größten Investmentbanken im Geschäft von Mergers and Acquisitions:
1. Morgan Stanley Dean Witter (1000)
2. Goldman Sachs (900), 3. Credit Suisse First Boston (800)
4. Salomon Smith Barney (700)
5. J. P. Morgan Chase (600)
6. MeriII Lynch (500)
7. UBS Warburg (400)

11. Dresdner Kleinwort (DKIB)

13. Deutsche Bank

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