Lowest in – First out (LOFO)

Auch bekannt als: LoFo-Prinzip

Die Vorgehensweise Lowest in – First out (LOFO) ist ein Vereinfachungsverfahren, das im Rechnungswesen zur Bewertung von Umlaufvermögen nach Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angewandt wird. Es unterstellt, dass diejenigen Bestände zuerst verbraucht oder verkauft werden, die den niedrigsten Beschaffungswert aufweisen. Nach internationalen Rechnungslegungsstandards wird es jedoch kritisch gesehen.

Definition / Erklärung

Das Lowest in – First out (LOFO) basiert auf einer Verbrauchsfolgefiktion. Im Rahmen der vorgenommenen Sammelbewertung ist nicht überprüfbar, ob tatsächlich die Bestände mit den geringsten Anschaffungskosten zuerst verbraucht werden. Ergebnis dieser Bewertungsform ist, dass es zu einer recht optimistischen Bewertung der Vorräte führt, da alle verbleibenden Bestände folglich hohe Anschaffungskosten aufweisen.

Beispiel:

  • Einkauf von Stahlträgern (1. Zeitpunkt: 50 Stück à 500 Euro, 2. Zeitpunkt: 50 Stück à 300 Euro)
  • Verbrauch von 70 Stahlträgern -> demnach Verbleib von 30 Stahlträgern
  • Bewertung des Lagerbestands nach Lofo-Methode: 30 Stück à 500 Euro = 15.000 Euro
  • Bewertung des Lagerbestands nach Durchschnittsmethode: 30 Stück à 400 Euro = 12.000 Euro

Anwendung im Handelsrecht und Steuerrecht

Nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung ist das Lofo-Verfahren kritisch, da das Vorsichtsprinzip nicht eingehalten wird. Wie bei den US-Rechnungslegungsvorschriften US-GAAP wird es nur akzeptiert, wenn die tatsächliche Verbrauchsfolge nachgewiesen werden kann. Die internationalen IFRS akzeptieren es hingegen gar nicht, ebenso ist eine so durchgeführte steuerrechtliche Bewertung in Deutschland nicht zulässig.

Zusammenfassung

  • Lowest in – First out ist eine vereinfachtes Bewertungsverfahren für Umlaufvermögen
  • Methode geht davon aus, dass Lagerbestände mit den geringsten Anschaffungskosten zuerst veräußert werden
  • LOFO folgt nicht internationalen Rechnungslegungsvorschriften
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