Grundsätze industrieller Fertigung

Grundsätze industrieller Fertigung – Ziel jedes Wirtschaftsbetriebes muss es sein vor allem in einer marktwirtschaftlichen Ordnung der Wirtschaft‚ seine Leistung mit dem geringstmöglichen Aufwand an Material und Arbeit zu erstellen.
Den vielfältigen Rationalisierungsmaßnahmen ist es mit zu verdanken, dass die Produktivität (die Ergiebigkeit) der Wirtschaft ständig verbessert wurde, der Wohlstand der Bevölkerung ständig gewachsen ist.

Diese Rationalisierung (von lat. ratio: Vernunft) des Arbeitsprozesses erstreckt sich sowohl auf den Arbeitsstoff (Wahl der geeignetsten Werkstoffe) als auch die Arbeitsmittel (Schaffung zweckmäßiger Werkzeuge und Maschinen) und die menschliche Arbeitskraft (Beobachtung und Zerlegung des Arbeitsvorganges, bessere Arbeitsplatzgestaltung u. a.). Ihr Ziel ist es, die menschliche Arbeit zu erleichtern.

Wissenschaftliche Betriebsführung

Darunter versteht man Vorschläge und Empfehlungen, die das Ergebnis jahrzehntelanger gründlicher Untersuchungen sind. Beispiele dafür sind: Zeitstudien, Ermüdungsstudien, Auswahl der geeigneten Arbeitskräfte durch psychotechnische Eignungsprüfungen, zweckmäßige Gestaltung des Arbeitsplatzes usw.

In Deutschland wurde dieses System einer „wissenschaftlichen“ Betriebsführung 1924 durch den „Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung“ (REFA) eingeführt (seit 1945 „Verband für Arbeitsstudien” in Darmstadt).

Spezialisierung von Erzeugnissen

Die Spezialisierung hat die Beschränkung des Herstellungsprogramms auf wenige Erzeugnisarten zum Ziel. Damit ist die Einführung der Massen-, Serien- oder Sortenfertigung möglich, die zu großen Kostensenkungen führt. Die Aufnahmefähigkeit des Marktes setzt jedoch einer zu großen Spezialisierung eine Grenze.

Außerdem werden stark spezialisierte Betriebe gegenüber Wirtschaftskrisen und dem Wandel des Käuferverhaltens anfälliger.

Normung innerhalb der Produktion

Normung bedeutet Festlegen einheitlicher Größen, Maße, Bezeichnungen von Einzelteilen oder Vorrichtungen (Gewinde, Fassungen, Schrauben, Glühbirnen, Karteikarten, Papierformate usw.) und Beschränkungen einer Vielzahl Von Formen, Größen und Arten.

Das „Deutsche Institut für Normung“ (DIN) hat bisher über 8000 Normblätter (DIN-Blätter) fertig gestellt, die sich mit allen Gebieten der Wirtschaft und der Verwaltung befassen. Neben den deutschen Normen gibt es oft gleich lautende internationale Normen. Sie werden festgelegt von der International Organization for Standardization (ISO).

Bei der Typisierung wird der Grundgedanke der Normung auf zusammengesetzte Erzeugnisse übertragen, z. B. auf Enderzeugnisse wie Automobile, Motorräder, Schreibmaschinen, Rechenmaschinen u. a.

Fließbandfertigung

Die Fließbandfertigung ist in Großbetrieben allgemein üblich. Das Werkstück kommt zum Arbeitsplatz. Die sinnvolle Anordnung von Arbeitsplätzen (Maschinen und Apparaten), die durch Haupt- und Zubringerbänder mitteinander verbunden sind, ermöglicht ein reibungsloses. zeitlich genau aufeinander abgestimmtes Ineinandergreifen der einzelnen Fertigungsstufen bzw. Arbeitsvorgänge.

Nachteile der Fließbandfertigung: Monotonie der Arbeit, höherer Krankenstand, erhöhter Ausschuss, Unzufriedenheit der Mitarbeiter zeigen sich immer deutlicher.

Moderne Verfahren der Fertigungsorganisation konzentrieren wieder vielfältigere Aufgaben auf den einzelnen Mitarbeiter (z. B. bei Volvo, Grundig). Man unterscheidet in diesem Zusammenhang:

Jobrotation (Wechsel des Aufgabenbereichs) – Damit soll der Monotonie am Arbeitsplatz entgegengewirkt werden.

Beispiel: In der Fließbandfertigung werden Arbeitsgruppen gebildet. Jeder Arbeitnehmer der Gruppe übernimmt in bestimmter Reihenfolge eine andere Aufgabe.

Jobenlargement (Erweiterung des Aufgabenbereichs) – Die für die Fließbandfertigung typische Zerlegung in kleinste Arbeitsschritte wird rückgängig gemacht.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer in der Möbelindustrie setzt aus vorgefertigten Teilen einen Schrank zusammen, statt wie vielleicht bisher nur die Schranktür einzupassen.

Jobenrichment (Aufgabenbereicherung) – Hierbei sollen Selbstständigkeit und Verantwortung des Arbeitnehmers gestärkt werden.

Beispiel: Der Arbeitnehmer aus dem vorigen Beispiel kontrolliert zusätzlich, ob der gefertigte Schrank bestimmten Qualitätsansprüchen genügt.

Automatisierung

Die Automatisierung ist die letzte Stufe auf dem Wege der vollständigen Mechanisierung der Arbeitsvorgänge. Die technische Entwicklung führte von der handwerklichen Fertigung an der Werkbank zur maschinellen Produktion mithilfe von Werkzeugmaschinen; zur Fließbandfertigung bei der auch die Transportvorgänge mechanisiert und automatisiert werden, und schließlich zur Übertragung der Steuerungs-
und Kontrollvorgänge auf Maschinen.

Dem Menschen fällt lediglich noch eine überwachende Funktion zu. Die Arbeiten werden ohne menschliches Eingreifen durchgeführt. Komplizierte maschinelle Werkzeuge führen mehrere Arbeitsvorgänge (Funktionen) gleichzeitig aus und befördern selbstständig das Werkstück von einer Bearbeitung zur anderen. Diese „Roboter‘ werden wie die Transportbänder von Automaten elektronisch gesteuert und kontrolliert.

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