Entity-Methode (Bruttomethode)

Die Entity-Methode oder Bruttomethode ist eine der beiden Varianten der DCF-Methode und dient genau wie die Equity-Methode (Nettomethode) der Bewertung von Projekten oder Unternehmen. Die Entity-Methode möchte aber den Gesamtwert zugunsten aller Kapitalgeber berechnen, faßt also Eigenkapitalgeber und Fremdkapitalgeber zusammen.
Alle Kapitalgeber zusammengefaßt können aber nicht nur die Freien Cashflows als Ergebnis zu ihren Gunsten betrachten, sondern die Summe aus den Freien Cashflows und den gezahlten Zinsen. Bei der Equity-Methode wird also aufgrund der Geschäftsplanung wieder von den erwarteten Cashflows der zukünftigen Jahre ausgegangen und es werden die geplanten Investitionen abgezogen:

Sodann werden die in den einzelnen Jahren zu zahlenden Zinsen addiert; sie seien mit Z1, Z2 , … bezeichnet.
Zur Diskontierung wird ein durchschnittlicher Kapitalkostensatz verwendet, der mit WACC (weighted average cost of capital) bezeichnet wird und sich als gewichtetes Mittel der marktgerechten Renditeansprüche von Eigenkapitalgebern und Fremdkapitalgebern errechnet. Der Barwert ist dann der Gesamtwert der Unternehmung, das heißt, die Summe aus dem heutigen Marktwert des Eigenkapitals, EKo, und dem heutigen Marktwert des Fremdkapitals FKo .

Wenn das unternehmerische Geschehen zu einem Zeitpunkt T völlig beendet wird, kann die gesamte Unternehmung vielleicht verkauft oder liquidiert werden. Der Erlös ist (aus heutiger Sicht) unsicher, doch soll eine Prognose gebildet werden können. Der erwartete Erlös aus Verkauf oder Liquidation sei mit LT bezeichnet. Diese Größe ist mit den durch schnittlichen Kapitalkosten zu diskontieren. Im Fall einer Beendigung müssen die Eigenkapitalgeber die dann noch bestehenden Forderungen der Fremdkapitalgeber FKT erfüllen. Sie lassen sich vergleichsweise gut prognostizieren und sollen auf den heutigen Zeitpunkt mit dem Zinssatz für Fremdkapital, in, bezogen werden.

Oft wird die Entity-Methode gegenüber der Equity-Methode bevorzugt. Beide Varianten der DCF-Methode führen eigentlich auf dieselben Werte, es sei denn, der Wert des Eigenkapitals hänge aufgrund von nicht-finanzierungsneutralen Steuern von der Kapitalstruktur ab.

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