Direkte Produktrentabilität

Die Produktrentabilität soll genau festlegen, wie rentabel sich ein einzelnes Produkt im Einzelhandel oder in der Konsumgüterwirtschaft darstellt. Erste Ansätze für eine Berechnung gibt es schon seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Berechnung der Produktrentabilität

Um die Produktrentabilität zu berechnen, werden vom Rohertrag die direkten Produktkosten auf Groß- oder Einzelhandelsstufe abgezogen und das Ergebnis auf eine einzelne Verkaufseinheit bezogen.

Allerdings ist diese Berechnung nicht ganz konfliktfrei. Schon seit 1985 wird darüber in der deutschen Konsumgüterwirtschaft und auch im Einzelhandel diskutiert. Händler kritisieren bei dieser Berechnungsmethode nicht berücksichtigte Parameter. Dazu gehören distributionslogistische Entscheidungen und der Umsatz sowie die Handelsspanne.

Diese beiden Parameter gelten als dominierende Entscheidungsparameter, um die Produktrentabilität genau zu berechnen.
Vorreiter auf dem Gebiet der neuen Berechnung ist das US amerikanische Food Marketing Institut. Hier wurde 1985 versucht ein Modell zu erstellen, das alle Anwender in den USA zufriedenstellt.

Kritik und Probleme

Bei der Berechnung der Produktrentabilität ergeben sich die folgenden Probleme:

  • die Rentabilität ist ein Quotient aus dem Periodengewinn und dem aufgewendeten Kapital und kann deshalb erst im Nachhinein genau berechnet werden
  • die Aufteilung aller anfallenden Kosten auf einen einzelnen Artikel ist in der Praxis nicht realisierbar
  • selbst Annäherungswerte sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar
  • keine zeitliche Kostenzurechnung auf einzelne Artikel machbar

Fazit: Trotz neuer Berechnungskonzepte ist es auch aktuell in den meisten Fällen immer noch nicht möglich, fixe und variable Kosten produktabhängig genau zu berechnen.

Zusammenfassung

  • direkte Produktrentabilität soll darlegen wie rentabel ein einzelnes Produkt ist
  • angewandte Berechnungsmethode wird kritisiert, weil wichtige Parameter nicht berücksichtigt werden
  • neues Berechnungsmodell wird vom US amerikanischen Food Marketing Institut erarbeitet
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