DCF-Methode (Discounted Cash Flows Methode)

DCF ist die Abkürzung für Discounted Cash Flows, und die DCF-Methode ist ein Ansatz zur Bewertung von Projekten, von Maßnahmen (etwa der Umstrukturierung) und von ganzen Unternehmen. Die DCF-Methode beruht auf zwei Postulaten:

1. Der Wert einer Unternehmung oder der Wert eines Projektes ist gleich dem Barwert aller zukünftigen Freien Cashflows der Unternehmung oder des Projektes.

2. Der Barwert der zukünftigen Freien Cashflows bei denen es sich um unsichere Größen handelt kann berechnet werden, indem zunächst die Erwartungswerte der zukünftigen Freien Cashflows aufgestellt werden. Diese erwarteten Freien Cashflows werden anschließend mit dem Kapitalkostensatz diskontiert und addiert. Der Kapitalkostensatz ist eine marktübliche Rendite und spiegelt das Risiko wider, also den Sachverhalt, daß die zukünftigen Freien Cashflows unsicher sind.
Werden die zukünftigen Cashflows für die Jahre t = 1, 2, … mit C bezeichnet die Schlange (Tilde) weist darauf hinweist, daß es sich um unsichere Größen handelt und werden von ihnen die geplanten Investitionen I, , I2 ,… abgezogen, erhält man die Freien Cashflows der kommenden Jahre (sie sind mit den Cashflows unsichere Größen). Die Eigner, Betreiber oder Aktionäre eines Projektes oder einer Unternehmung erhalten, eventuell nach einer Anfangsinvestition, für die kommenden Jahre Rückflüsse, und sie sind durch die Folge der risikobehafteten Beträge gegeben.

Der Wert des Projektes oder der Unternehmung (nachdem die möglicherweise erforderliche Anfangsinvestition getätigt wurde) ist also der Barwert der Folge dieser risikobehafteten Freien Cashflows. Um den Barwert zu ermitteln, werden zunächst die Erwartungswerte der Freien Cashflows berechnet (und sie werden üblicherweise mit FCF bezeichnet).

Weiter wird davon ausgegangen, daß die Barwerte der unsicheren zukünftigen Freien Cashflows sich errechnen, indem die Erwartungswerte der Freien Cashflows mit einer Rate diskontiert werden, die als Kapitalkostensatz bezeichnet, jene Rendite widerspiegelt, die am Finanzmarkt mit Geldanlagen vergleichbaren Risikos erwartet werden kann. Da die eben aufgestellten Cashflows zugunsten der Eigner oder Aktionäre gehen, darf der Kapitalkostensatz konkreter als Eigenkapitalkostensatz angesprochen werden. Dieser Satz sei mit r bezeichnet.
Das Resultat ist daher der Wert des Projektes oder der Unternehmung zugunsten der Eigner oder der Aktionäre, weshalb der so formulierte Barwert einen Marktwert des Eigenkapitals wiedergibt.

Die Cashflows werden einem Geschäftsplan entnommen. So wird eigentlich nicht eine Unternehmung „an sich“ bewertet, sondern ein gewisser Geschäftsplan. Beispielsweise könnte das Management zwei oder drei unterschiedliche Vorhaben der Sanierung oder der Restrukturierung für ihr Unternehmen bewerten und dann die Planvariante wählen, die mit dem höchsten DCF verbunden ist.

Geplante Investitionen: Wie erläutert, werden von den Cashflows jene Investitionen abgezogen, die im Geschäftsplan vorgesehen sind, damit die Cashflows, wie sie geplant sind, realistisch werden.

Neuinvestitionen: Im Verlauf der Zeit dürfte es im Regelfall so sein, daß die Unternehmung dann noch mehr investiert. Denn nicht alle Freien Cashflows werden entnommen. Wenn die Freien Cashflows (teilweise) einbehalten werden, dann sind Neuinvestitionen möglich und ein neuer, erweiterter Plan kann aufgestellt werden. Freie Cashflows in einem Geschäftsplan können eben entnommen, neu investiert, oder zur Tilgung von Fremdkapital verwendet werden. Werden sie neu investiert, dann kann mehr geschehen, als in der ursprünglichen Planung vorgesehen war.

Die Eigenkapitalkosten sollen mit den Risiken in Einklang stehen. Typische Sätze liegen im Bereich von 10% oder 12%, wenn das Projekt oder die Unternehmung als eine Position betrachtet werden darf, die wie die Aktie eines Blue-Chips in einem liquiden Finanzmarkt handelbar sind und mit Blue-Chips vergleichbare Risiken aufweist.

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