Added-Value

Der Added-Value ist ein Konzept des betrieblichen Übergewinns und dient als Maß der Wertschaffung (Value Creation) in einem Jahr. Der Added-Value geht vom Jahresumsatz und Erlös für den Absatz der betrieblichen Leistungen aus. Davon werden drei Positionen abgezogen:

1. Die Ausgaben oder Kosten für die von Dritten bezogenen Vorleistungen (Rohstoffe, Material, Teile, Dienste)

2. Die Lohnkosten

3. Die Ausgaben oder Kosten für das betrieblich eingesetzte Kapital. Diese Position ist durch das Produkt aus dem betriebsnotwendigen Vermögen und dem Kapitalkostensatz gegeben
Das Konzept, die Wertschaffung gerade durch den Added-Value und nicht durch einen anderen Ansatz des Übergewinns zu messen, wird hauptsächlich an der London Business School gepflegt.

Da beim Added-Value der Kapitalkostensatz durch die Höhe des Zinssatzes bestimmt wird, fließt die von Eigenkapitalgebern für das Tragen von Risiken erwartete Prämie nicht in die Rechnung ein. Von einer Out-performance kann daher eigentlich nicht schon dann gesprochen werden, wenn der Added-Value positiv ist, er muß die marktgerechte Risikoprämie übersteigen.

Hinweis: Added-Value und Value-Added sind verschiedene Konzepte. Der Value-Added ist ein Deckungsbeitrag, der im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer (Value-Added Tax) Beachtung findet. Auch der Value-Added geht vom Jahresumsatz und Erlös für den Absatz der betrieblichen Leistungen aus, wovon aber lediglich die Ausgaben oder Ko-sten für die von Dritten bezogenen Vorleistungen (Rohstoffe, Material, Teile, Dienste) abgezogen werden. Der Value-Added soll die betriebli-chen Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital decken.

Dagegen sind Added-Value und EVA (Economic-Value-Added) verwandt. Der besonders von der Unternehmensberatung Stern Stewart & Co. forcierte Economic-Value-Added sollte eigentlich eher als Economic Ad-ded-Value bezeichnet werden, weil es sich (ebenso wie beim Added-Value) um einen Übergewinn handelt. Die Unterschiede zwischen Ad-ded-Value und EVA sind gering.
· Dennoch ist hervorzuheben, daß der EVA die Verwendung von Eigenkapital nicht (wie das beim Added-Value geschieht) mit dem Zinssatz sondern mit den Eigenkapitalkosten verrechnet.

· Der Begriff „Economic“ bei EVA deutet zudem darauf hin, daß die Zahlen aus dem Rechnungswesen zunächst durch sogenannte Konversionen umgerechnet werden, so daß ihre ökonomische Aussagekraft zunimmt. Anders als der Added-Value geht EVA nicht vom Accounting-Modell sondern vom Economic-Modell aus.

Neben Added-Value und EVA haben noch zwei weitere Konzepte des betrieblichen Übergewinns Beachtung gefunden, nämlich der Economic-Profit und der CVA (Cash Value Added).

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