Lohnquote

Die Lohnquote stellt in der Volkswirtschaft eine wichtige Messgröße zur Ermittlung der funktionellen Einkommensverteilung dar. Die Kennzahl gibt Auskunft über den Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen.




Definition / Erklärung

Die Lohnquote bezeichnet grundsätzlich den Anteil aller Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit, der am gesamten Volkseinkommen gemessen wird. Anders herum bedeutet dies, dass das Einkommen welches aus selbstständigen Arbeiten stammt, nicht mitberücksichtigt wird. Die Aussagekraft und die Entwicklung der Lohnquote wird im Folgenden beschrieben.

Die gesamtwirtschaftliche Lohnquote



Die einfachste und verständlichste Lohnquote ist die gesamtwirtschaftliche oder unbereinigte Lohnquote. Zur Berechnung wird das Arbeitnehmerentgelt, nämlich das gesamte Lohneinkommen, durch das Volkseinkommen geteilt.

gesamtwirtschaftliche Lohnquote

Hier liegt jedoch ein Nachteil, denn die einfache Berechnungsweise verfügt nur über eine geringe Aussagekraft bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Lohnquote. Das liegt daran, dass ehemalige Arbeitnehmer die sich mit einem eigenen Unternehmen selbstständig machen, nicht mehr in der gesamtwirtschaftlichen Quote aufgeführt werden.

Die bereinigte Lohnquote

Es gibt noch eine weitere Art die Lohnquote zu berechnen, dabei handelt es sich um die bereinigte Lohnquote. Sie wurde weitestgehend deshalb eingeführt, weil sie den Einfluss der potenziellen Einkommensänderungen isolieren oder abgrenzen kann.

Bei der Berechnung dieser geht man davon aus, dass die Empfängerzahl der verschiedenen Einkommenskategorien unverändert bleibt. Das bedeutet anders herum, dass sie lediglich durch die Veränderungen der Erwerbstätigenstruktur verändert wird.

Aussagefähigkeit der Lohnquote

Wie bereits genannt, ist die Lohnquote eine wichtige Grundlage zur Berechnung der funktionellen Einkommensverteilung. Ihre Aussagekraft ist deshalb von großer Bedeutung.

Nicht nur bei der Beurteilung der Einkommensverteilung spielt die Lohnquote eine wichtige Rolle, sondern auch bei der staatlichen Verteilungspolitik kommt ihr eine Bedeutung zu. Dabei ist jedoch die gesamtwirtschaftliche Lohnquote weniger aussagefähig, als es die bereinigte ist.

Die Entwicklung der Lohnquote

Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stieg die Lohnquote in Westdeutschland permanent an. Erst in den 80er Jahren litt sie unter Einbußen aufgrund der Arbeitszeitverkürzung und der steigenden Arbeitslosigkeit. Zwischen 1993 und 1998 konnte man ebenfalls eine weitere Abnahme der Lohnquote beobachten.

Im Jahr 1993 betrug sie noch 74,4 Prozent des gesamten Volkseinkommens. Im Jahr 1998 lag sie bereits bei 71,5 Prozent. Wiederum folgten Höhen und Tiefen, so dass die Quote 2007 abermals deutlich gesunken war und bei 64,7 Prozent lag.

Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass das Einkommen aus Vermögen bereits seit einigen Jahren immer weiter ansteigt. Deshalb bedeutet ein geringerer Wert nicht automatisch, dass sich die Volkswirtschaft in einer schlechteren Situation befindet, da die Lohnquote lediglich den Teil aus nichtselbstständiger Arbeit wiedergibt. Der Rest wird durch die Arbeit selbstständiger Unternehmer erwirtschaftet.

Zusammenfassung

  • als Lohnquote wird der Einkommensanteil aus nichtselbstständiger Arbeit am Volkseinkommen bezeichnet
  • unterschieden wird zwischen gesamtwirtschaftlicher und bereinigter Lohnquote
  • die Lohnquote verändert sich in Deutschland permanent
  • aktuell ist die Lohnquote aufgrund einer Einkommenserhöhung aus Vermögen sehr niedrig
  • das Pendant zur Lohnquote ist die Gewinnquote
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