Start-Zeitarbeit: Hilfe für Langzeitarbeitslose

Für wen gedacht? Ehe man zum Sozialamt geht, sollte man vielleicht doch auch Leiharbeit in Erwägung ziehen. Bei kommerziellen Unternehmen (wie Randstad, Adia, Manpower, etc.) wird zwar nahezu die Hälfte der Stundenlöhne vom Verleiher eingestrichen (Beispiel: Sekretärin bekommt 14 — 16 Mark die Stunde, die Firma, die sie entleiht, zahlt aber 24,80 DM / Stunde), aber den Anschluß an den Arbeitsmarkt und an neue Bürotechniken (Software) nicht zu verlieren, nutzt viel. Und der ständige Wechsel zu neuen Firmen macht selbstsicherer. Außerdem besteht ja immer die berechtigte Hoffnung, von einem Entleiher in eine Festanstellung abgeworben zu werden. Jahr für Jahr klappt das bei über 20 % der Leiharbeiter.




Zeitarbeit ohne kommerziellen Hintergrund

Die Arbeitgeberverbände, der DGB, die DAG und die Bundesanstalt für Arbeit haben unter dem Namen »Start« nach einem holländischen Modell eine uneigennützige Zeitarbeits-Vermittlung gegründet, die besonders Schwervermittelbaren und Langzeitarbeitslosen wieder zu einem Job verhelfen soll. Dabei liegt der Schwerpunkt der Vermittlung auf der Betreuung von Menschen, die dem Arbeitsprozeß schon lange entzogen waren.

Das schönste: Die Leiharbeiter bekommen ihren gesamten Lohn (mit der ÖTV gibt es sogar einen Tarifvertrag) ausgezahlt. Erzielen diese Organisationen Gewinne, müssen die in die Finanzierung weiterer Arbeitsmarktprojekte reinvestiert werden. Im Gegensatz zu den kommerziellen Firmen, die in erster Linie ein gutes Geschäft machen wollen, geht es Start darum, über den Weg der schnellen Einsatzhilfe für Arbeitgeber Arbeitslose in Dauerstellungen unterzubringen.

Voraussetzungen: Es genügt für die Start-Zeitarbeit nicht, Arbeit zu suchen, Sie müssen arbeitslos sein und aus verschiedenen Gründen schwervermittelbar. Das muß Ihnen Ihr Sachbearbeiter beim Arbeitsamt bescheinigen.

Besonderheiten: Beratung für Firmen und die Langzeitarbeitslosen, bzw. Schwervermittelbaren stehen bei Start im Vordergrund. Man wird sich so um Sie kümmern, daß Ihre Bedenken, die Sie jetzt vielleicht haben (»Ich habe schon so lange keinen Betrieb mehr von innen gesehen«) schnellstens vergehen werden. In Verleihpausen sollen Qualifizierungsprogramme für die Arbeitslosen angeboten werden.


Höhe: Durch den mit der ÖTV geschlossenen Tarifvertrag liegen die Löhne und Gehälter auf üblichem Niveau. An die Start-Zeitarbeitsvermittlung muß nichts extra bezahlt werden.

Antrag: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Berater nach lokalen Start-Projekten und fragen Sie ihn, ob das etwas für Sie ist.

Maximale Dauer: Generell keine. Aber die öffentlichen Fördergelder für die ca. 80 Projekte in der Bundesrepublik sind erst mal nur bis Ende 1996 genehmigt. Was dann aus diesem Projekt wird, ist ungeklärt.

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