Soziale Kompetenz als Oberbegriff

Die Abgrenzung der verwandten Konzepte fällt nicht immer ganz leicht. Verschiedene Autoren verwenden ein und denselben Begriff mit unterschiedlicher Bedeutung. Mitunter wird dabei wenig Rücksicht auf den ursprünglichen Wortsinn von Begriffen wie „Intelligenz“ oder „Fertigkeiten“ genommen. Dennoch ist eine wechselseitige Abgrenzung nicht nur notwendig, sondern auch möglich.




Wir schlagen die in Abbildung 5 dargestellte Ordnung vor. Die soziale Kompetenz erscheint dabei als ein Oberbegriff, dem alle übrigen Konzepte untergeordnet werden können. Die soziale Intelligenz bezieht sich auf perzeptiv-kognitive Kompetenzen, wie etwa das Wissen um soziale Normen, die Fähigkeit zur richtigen Interpretation nonverbaler Hinweisreize sowie die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme. Sie bietet die Basis für die Verarbeitung sozialer Informationen und die Steuerung des Sozialverhaltens.

Dabei stellt sie ihrerseits einen Oberbegriff dar, unter dem mehrere Kompetenzen zusammengefasst sind. Die emotionale Intelligenz bezieht sich auf die kognitive Verarbeitung emotionaler Informationen und die Steuerung emotionaler Prozesse. Sie umfasst perzeptiv-kognitive sowie emotionalmotivationale Kompetenzen. Hierzu zählt z. B. die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Befindlichkeit (Selbstaufmerksamkeit) als auch die Kontrolle heftiger emotionale Reaktionen, wie etwa Aggressivität (emotionale Stabilität).


Die Nutzbarmachung eigener Emotionen im sozialen Kontext (z. B. in Tränen ausbrechen, um so von anderen Menschen Hilfe einzufordern) ist hingegen behavioraler Natur und liegt daher außerhalb des Konzeptbereiches der sozialen Intelligenz. Unter sozialen Fertigkeiten verstehen wir sehr konkrete Skills, die insbesondere zur praktischen Umsetzung eines Sozialverhaltens notwendig sind. Sie sind in erster Linie den behavioralen Kompetenzen zuzuordnen. Darüber hinaus beziehen sie sich auf den kognitiven Bereich und weisen daher Überschneidungen mit der sozialen bzw. der emotionalen Intelligenz auf.

Um eine allzu große Sprachverwirrung zu vermeiden, verzichten wird im weiteren Verlauf der Ausführungen auf den Gebrauch der verwandten Begriffe und fassen Forschungsergebnisse, die ggf. unter dem einen oder anderen Begriff publiziert wurde unter dem Dach der Sozialen Kompetenz zusammen.

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