Kurzarbeitergeld: Endlich eine Leistung, die nicht Sie beantragen müssen

Für wen gedacht? Kurzarbeitergeld ist eine Leistung des Arbeitsamtes, die eine eventuelle Verdienstminderung bei Kurzarbeit zum Teil ausgleichen soll. Damit soll verhindert werden, dass Arbeitgeber im Falle vorübergehender Krisen ihre Mitarbeiter entlassen. Kurzarbeit meint eine vorübergehende Kürzung der betriebsüblichen Arbeitszeit, aber auch völliger Arbeitsausfall bei gleichzeitiger Verdienstverminderung fällt unter diesen Begriff.

Für die Kurzarbeit muss eine einleuchtende Begründung vorgetragen werden, die das Arbeitsamt anerkennt. Die Details sind so kompliziert, dass wir sie hier nicht aufführen, zumal sich ohnehin der Arbeitgeber darüber den Kopf zerbrechen muss. Diese Regelung gilt aber — das ist vielleicht nicht uninteressant — bereits für Betriebe mit nur einem Angestellten.


Voraussetzungen: Der künftige Kurzarbeiter muss natürlich beitragspflichtig in der Arbeitslosenversicherung beschäftigt sein. Er darf für die beantragte Ausfallzeit unter keinen Umständen zusätzlich Arbeitsentgelt, Urlaubs- oder Krankengeld beziehen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, kann theoretisch sogar jemand Kurzarbeitergeld bekommen, der einen Tag vor Verfügung der Kurzarbeit erst seine Arbeit in dem betreffenden Betrieb aufgenommen hat.

Besonderheiten: Kurzarbeitergeld kann auch ein Betrieb, der vornehmlich mit Heimarbeitern zusammenarbeitet, beantragen, wenn diese Mitarbeiter ihren Verdienst hauptsächlich aus dieser Tätigkeit beziehen und arbeitslosenversichert sind. Seit 1994 dürfen auch diejenigen, die ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben, Kurzarbeitergeld beziehen. Früher mussten sie gekündigt werden und sich dem Arbeitsamt zur Verfügung stellen.

Nebeneinkommen werden nur dann angerechnet, wenn sie in den Stunden erzielt werden, die nun durch Kurzarbeit ausfallen.

Renten- und Krankenversicherungsbeiträge, Urlaubsgeld, Jahresleistung und vermögenswirksame Leistungen müssen Arbeitgeber weiterhin in voller Lohnhöhe leisten.




Höhe: Für Arbeitnehmer ohne Kinder wird Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 % des bisherigen Nettolohnes pro ausgefallene Stunde bezahlt. Mit mindestens einem Kind wird der Satz auf 67 % erhöht. Heimarbeiter bekommen wesentlich weniger Kurzarbeitergeld. Mit Kind erhalten sie je nach Leistungsgruppe 42 — 55 %, ohne sogar nur 37 — 49 % des ausgefallenen Nettostundenlohns.

Antrag: Kurzarbeitergeld wird nicht vom Arbeitnehmer, sondern vom Arbeitgeber, bzw. Betriebsrat beantragt. Insofern sind die Kurzarbeitergeld-Bezieher die einzigen, die nicht in direkten Kontakt mit dem Arbeitsamt treten. Das Amt zahlt eine Gesamtsumme an den Arbeitgeber, die dieser an seine Mitarbeiter auszahlen muss.

Maximale Dauer: Länger als sechs Monate wird Kurzarbeitergeld nur dann bezahlt, wenn die Mitarbeiter des Betriebes der Vermittlung des Amtes zur Verfügung stehen und der Boss sich mit einem Jobwechsel der Betroffenen einverstanden erklärt.

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