Zinsparität

Der Begriff Zinsparität bringt zum Ausdruck, dass die Renditen für eine Kapitalanlage in inländischer oder ausländischer Währung gleich sind. Die Aussage erfolgt unter der Bedingung, dass Wechselkursschwankungen der Währungen, die dem Renditevergleich zu Grunde liegen, berücksichtigt sind.

Das bedeutet das zwei Renditen, die zahlenmäßig unterschiedliche Größen haben, bereinigt um die Differenzen des Wechselkurses, effektiv gleich groß sind.




Zinsparitätentheorie

Unter der Annahme der Parität von Renditen aus unterschiedlichen Währungsgebieten ergeben sich zwei Grundaussagen. Zurückzuführen sind diese theoretischen Ansätze auf John Keynes, einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts.

Zum einen begründet die Zinsparitätentheorie, das Verhalten der Anleger bei ihrer Kapitalanlage. Der Anleger investiert immer dort, wo er die höchsten Renditen erwartet. Daraus wird dann der zweite Gedanke abgeleitet, dass Wechselkursbewegungen genau auf dieses Bestreben der Anleger zurückzuführen sind.

Das Renditeinteresse der Anleger ist Ursache für die Veränderungen der Wechselkurse.

Gedeckte und ungedeckte Zinsparität



Bei der Suche nach hohen Renditen, hat der Anleger mit Blick auf den Faktor Wechselkurse und ihre Renditewirkung, grundsätzlich zwei Optionen.

Ungedeckte Zinsparität – Bei der ungedeckten Zinsparität lässt der Anleger die Position Wechselkursrisiko der Währung offen. Er spekuliert bewusst auf einen Renditeeffekt aus dem Wechselkurs.

Solche Renditeeffekte werden auch als Währungsarbitrage bezeichnet. Da der Anleger aber das volle Risiko aus dem Währungsumtausch seiner Kapitalanlage trägt, muss er auch Renditeverluste akzeptieren. Sie treten auf, wenn Wechselkurse sich zu Gunsten seiner Inlandswährung verändern.

Die nominale Rendite seiner Auslandsanlage verschlechtert sich effektiv, da die ausländische Währung an Wert verliert.

Gedeckte Zinsparität – Bei der gedeckten Zinsparität schließt der Anleger dieses Risiko aus. Seine Kapitalanlage wird durch ein Termingeschäft gegen Kursveränderungen der Währungen abgesichert. Der Fachbegriff für solche Absicherungsgeschäfte lautet Swaps.

Die Grundfunktion eines solchen Termingeschäfts besteht darin, den Umtauschkurs der Währungen für die Zukunft, bereits bei Abschluss der Kapitalanlage, festzulegen. Damit ist die effektive Rendite zum Zeitpunkt der Kapitalanlage gleich der effektiven Rendite, die der Anleger ein Jahr später bei Umtausch der Devisen erhält.

Der tatsächliche Wechselkurs an den Börsen, der zum Zeitpunkt des Devisenumtausches für den Markt gilt, hat keinen Einfluss auf seinen Devisenumtausch – das Wechselkursrisiko ist so ausgeschlossen.

Voraussetzungen für eine Zinsparität

Damit eine Zinsparität in der Praxis funktionieren kann, bedarf es einiger Grundvoraussetzungen an den Märkten. Zu den drei wichtigsten gehören, eine sehr hohe Kapitalmobilität, die damit verbundene vollkommene Möglichkeit der Umwandlung von Wertpapieren, sowie eine entsprechende Devisenmarktseffizienz.

Die Kapitalmobilität, sowie die uneingeschränkte Wertpapierumwandlung sind Grundvoraussetzungen, das die Marktreaktionen zeitnah und inhaltlich unverfälscht erfolgen können.

Die Devisenmarkeffizienz ist Basis für reale Wechselkurse. Nur wenn alle relevanten Informationen vorliegen und von allen Marktteilnehmern genutzt werden können, spiegeln die Wechselkurse auch die notwendigen Marktmechanismen für eine wirksame Zinsparität wieder.

Bedingung für eine Zinsparität

Zinssätze und Wechselkurse zwischen inländischen und ausländischen Kapitalanlagen, gleichen sich im Marktverhalten zu einer Renditegleichheit aus. Das bedeutet, eine Abwertung einer Währung eines Landes gegenüber einer anderen Währung, führt zu einer Erhöhung des nominalen Zinssatzes für Kapitalanlagen in diesem Land und umgekehrt.

Der Anleger ist bezüglich seiner effektiven Rendite bei einer Kapitalanlage im Inland oder Ausland gleichgestellt.

Zusammenfassung

  • Zinsparität bedeutet gleiche effektive Rendite einer Kapitalanlage im In- oder Ausland
  • es gibt eine gedeckte und ungedeckte Zinsparität
  • Zinsparität benötigt zum Funktionieren einen vollkommenen und absolut liquiden Markt
  • Anleger investieren immer in die höchste Rendite, Wechselkursänderungen sind eine Reaktion auf dieses Bestreben
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