Wertschöpfungskette

Auch bekannt als: Value Chain

Wird die unternehmerische Leistungserstellung auf einer hoch aggregierten Ebene, also in einer Gesamtschau dargestellt, und dann in Teilbereiche zerlegt, die in der Logik der Leistungserstellung aufeinanderfolgen (vertikale Gliederung), und werden für diese Teilbereiche der jeweilige wirtschaftliche Erfolg und die jeweilige Wettbewerbsposition im einzelnen ermittelt, entsteht die Wertschöpfungskette (Value Chain).

Die Wertschöpfungskette stellt den Gesamtwert des Prozesses der Leistungserstellung für eine Gruppe von Produkten oder Dienstleistungen beziehungsweise für die gesamte Unternehmung dar. Sie zeigt die wertschaffenden Aktivitäten und die jeweilige Gewinnmarge auf.




Die Wertschöpfungskette fördert das Verständnis für den Prozeß der Leistungserstellung insgesamt und erlaubt es, zu erkennen, in welchen Teilbereichen die Unternehmung eine starke Marktposition hat und in welchen Teilbereichen sie eher schwach ist. Die Wertschöpfungskette liefert damit Ansätze für die Wahl der bei den Gliedern jeweils passenden Wettbewerbsstrategie (Differenzierung oder Kostenführerschaft).

Um eine betriebswirtschaftliche Lehre zu schaffen, die hieran anknüpft, hat PORTER hat eine generische Wertschöpfungskette entworfen. Das ist eine Wertschöpfungskette, die einen typischen Produktionsbetrieb in seinen verschiedenen Tätigkeiten repräsentiert.

An die Wertschöpfungskette eines Unternehmens schließen sich die Glieder der Wertschöpfungsketten direkter Geschäftspartner an, so daß durch Verbindung mehrerer Wertschöpfungsketten eine Verbindung von den Rohstoffmärkten zu den Endverbrauchern hergestellt werden kann. Allerdings ist diese Sicht stark auf die Verarbeitung materieller Ressourcen und den Materialfluß in der Fertigung bezogen: Rohstoffe werden gewonnen, es entstehen verschiedene Zwischenprodukte, und dann schließlich Produkte für den Endverbraucher.



Das Konzept der Wertschöpfungskette stammt daher noch aus der Old Economy und möchte für eine Unternehmung mit hoher vertikaler Konzentration erkennen lassen, welche der Kettenglieder vielleicht besser ausgegliedert werden sollten.

Die Ideen der Arbeitsteilung haben sich in der New Economy noch verstärkt. Besonders im Bereich des E-Commerce wird von der Aufspaltung der Wertschöpfungskette (deconstruction of the value chain) gesprochen. Die Geschäftsmodelle in der New Economy sehen einen auf mehrere Unternehmungen aufgespaltenen Prozeß der Leistungserstellung vor. Jede Unternehmung konzentriert sich auf eine oder einige wenige Aktivitäten.

Allerdings vollzieht sich in der New Economy die Arbeitsteilung nicht entlang der Schritte des Materialflusses, sondern an Kompetenzen und Wissenspakten, die nicht linear (wie die Glieder einer Kette) miteinander verknüpft sind. Daher wird das Konzept der Wertschöpfungskette als weniger geeignet angesehen, Vorschläge für die auch in der Wissensgesellschaft erforderliche Spezialisierung und Arbeitsteilung zu liefern.



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