Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Auch bekannt als: VGR

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung bezeichnet die statistische Darstellung der wirtschaftlichen Transaktionen zwischen den Sektoren einer Volkswirtschaft (und jenen mit dem Ausland) während eines Zeitraums. Im engeren Sinne ermitteln Statistiker auf diese Weise das Bruttoinlandsprodukt. Es stellt unter anderem die Zusammenfassung dar, wie Wertschöpfung entstanden ist bzw. verteilt und verwendet worden ist.




Definition / Erklärung

Für die Vorbereitung von Maßnahmen von Wirtschafts- und Geldpolitik ist es unerlässlich, sich einen Überblick über die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge zu verschaffen.

Da in einer Volkswirtschaft in der Regel viele Millionen Personen und Institutionen am Wirtschaftsgeschehen beteiligt sind, müssen diese und ihre Tätigkeiten zu großen Gruppen (Sektoren) zusammengefasst werden. Es ergibt sich ein umfassendes und gegliedertes Kreislaufschema der Wertschöpfung für einen definierten Zeitraum.

Darin besteht die Hauptaufgabe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Transaktionen sind der Tausch von Kapital und Gütern zwischen den Wirtschaftsteilnehmern. Das Statistische Bundesamt hat in der Bundesrepublik die Aufgabe der Ermittlung dieser Makrogrößen.

Bestandteile der VGR



Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung fußt auf zwei Säulen:

1. Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und des Bruttonationaleinkommens (BNE)
Die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und des Bruttonationaleinkommens (BNE), worunter statistische Größen, die die Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft in Geldeinheiten ausdrücken, zu verstehen sind.

Bruttoinlandsprodukts (BIP) – Das BIP entspricht dem Wert aller innerhalb der geografischen Grenzen des Landes hergestellten Güter, Waren und Dienstleistungen in einem Zeitraum, wobei die Staatsangehörigkeit der Erbringer nicht entscheidend ist.

Bruttonationaleinkommens (BNE) – Das Bruttonationaleinkommens (BNE) hingegen erfasst wertmäßig alle erbrachten Leistungen von Inländern, ganz gleich, ob im In- oder Ausland.

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung fragt bei der Erhebung des BIP und des BNE:

wie die Wertschöpfung zustande gekommen ist (Entstehungsrechung): Dabei werden die Beiträge der einzelnen Sektoren (Haushalte, Unternehmen, Staat, Ausland) erfasst und besonders der Unternehmenssektor nochmals untergliedert (Land- und Forstwirtschaft, produzierendes und Baugewerbe, Handel, öffentliche und private Dienstleister).

wie sich die Wertschöpfung verteilt (Verteilungsrechnung): Hier spielt das Nationaleinkommen eine Rolle (alle Erwerbs- und Vermögenseinkommen), das nach den Kriterien aus Arbeit, aus Unternehmertätigkeit und aus Vermögen gegliedert wird.

wie die Wertschöpfung von den Sektoren genutzt wird (Verwendungsrechung): Das Verwendung des BIP kann nach privatem Verbrauch, Investitionen der Unternehmen, Konsumausgaben des Staates und Außenbeitrag gegliedert werden.

2. Die Nebenrechnungen der VGR sind insbesondere

  • In- und Output-Rechnung (Vernetzung von Produktion und Gütertransaktionen zwischen den Produktionsbereichen)
  • Vermögensrechnung (sie stellt die Summe der Sachgüter und Forderungen den Verbindlichkeiten gegenüber)
  • Finanzierungsrechnung (die Änderungen des Geldvermögens von Haushalten, Unternehmen, Finanzinstituten und Staat werden dargestellt)
  • Außenwirtschaftsrechnung (welche Güter- und Kapitalströme in welcher Größen existieren zwischen In- und Ausländern)

Berechnung des Bruttoinlandsprodukts im Detail

nach Entstehung:
   Produktionswert (Umsatz der Unternehmen plus Lagerveränderungen)
– Vorleistungen
= Bruttowertschöpfung
– Entgelte für Bankdienstleistungen
+ Umsatzsteuer (nicht abzugsfähig)
+ Einfuhrabgaben

nach Verwendung:
   private Konsumausgaben
+ Konsumausgaben Staat
+ Investitionen der Unternehmen
+ Exporte
– Importe

nach Verteilung:
   Arbeitnehmerentgelte (Inländer)
+ Unternehmens- und Vermögenseinkommen
= Volkseinkommen
+ Produktions- und Importabgaben abzüglich Subventionen
+ Abschreibungen
= Bruttonationaleinkommen
– Primäreinkommen aus übriger Welt

Zusammenfassung

  • Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist Entscheidungsgrundlage für die Wirtschaftspolitik
  • stellt komprimiert die Wertschöpfung der Sektoren einer Volkswirtschaft eines Zeitraums dar
  • besteht aus mehreren Teilrechnungen, insbesondere die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts
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