Teilwert

Der Teilwert ist nach § 6 Abs. 1 EStG und § 10 BewG der Betrag, den ein Erwerber eines ganzen Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut steuerrechtlich ansetzen würde. Er bezieht sich auf die Gegebenheiten des Unternehmens, dem das zu bewertende Wirtschaftsgut dient. Seine Bestimmung unterstellt drei Fiktionen, die in der betrieblichen Realität schwierig nachzuvollziehen sind:

Ermittlung des Gesamtwertes durch einen fiktiven Erwerber

Fortführung des Unternehmens durch den Erwerber

Mögliche Maßstäbe für die Aufteilung des Gesamtwertes auf die einzelnen Wirtschaftsgüter.

Der Wert eines Wirtschaftsgutes hängt von dem jeweiligen Nutzen ab, den es für das Unternehmen hat. Der Teilwert soll eine Bewertung nach objektiven Gesichtspunkten sicherstellen und eine Bewertungsschranke gegen mögliche Unterbewertungen bilden. Zu unterscheiden sind:

Der Teilwert beim Anlagevermögen, der zum Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung den Anschaffungskosten oder Herstellungskosten entspricht.

Nach der Anschaffung oder Herstellung sind bei nicht abnutzbaren Wirtschaftsgütern die Anschaffungskosten gleich dem Teilwert, bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um die MA vermindert.

Der Teilwert beim Umlaufvermögen deckt sich i.d.R. mit den jeweiligen Wiederbeschaffungskosten. Er ist anzusetzen, wenn er niedriger ist als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes.

Die Obergrenze des Teilwerts bilden im Regelfall die Wiederbeschaffungskosten, die Untergrenze besteht im Einzelveräußerungspreis, der mindestens dem Materialwert oder dem Schrottwert entsprechen kann.



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