Standortwettbewerb


Standortwettbewerb bezeichnet die Konkurrenz von Städten Gemeinden, Regionen oder Staaten um Produktionsfaktoren und dabei vor allem um die Ansiedlung von Unternehmen. Eine große Rolle bei den Standortentscheidungen der Unternehmen spielen die Höhe der Lohnkosten, die Steuerbelastung, die Kosten der sozialen Sicherheit, die öffentliche Infrastruktur, das Bildungs- und Ausbildungssystem, die Qualität und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer und Umweltgesichtspunkte.

Innerhalb der EU hat sich gezeigt, dass vor allem neu beigetretene, wirtschaftlich noch unterentwickelte Länder mit niedrigen Steuern, Löhnen und Sozialstandards um Unternehmensinvestitionen aus den Nachbarländern werben. Wenn die übrigen EU-Länder mit noch niedrigeren Steuern usw. reagieren, könnte ein ruinöser Standortwettbewerb in Gang gesetzt werden. Kritiker fordern deshalb unter anderem eine Steuerharmonisierung in der EU.

Drittstaaten außerhalb der EU bieten für Großinvestitionen oft höhere Subventionen, als es den EU-Staaten im Rahmen des europäischen Beihilferechts erlaubt ist. Die Bundesregierung wünscht Ausnahmeregelungen, um solchen Verzerrungen des Wettbewerbs begegnen zu können. Ein Subventionswettlauf beim internationalen Standortwettbewerb soll dabei allerdings vermieden werden.

Siehe auch „Standortdebatte“


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