Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung bezeichnet ein System der Kosten- und Leistungsrechnung, bei dem geplante Verbrauchsmengen und Preise zugrunde gelegt werden. Die Plankostenrechnung ist durch ihre Zukunftsbezogenheit besonders zur Lösung von Planungsaufgaben und Kontrollaufgaben geeignet.




Definition / Erklärung

Die Plankostenrechnung ist gekennzeichnet durch die Zugrundelegung geplanter Kosten (Plankosten). Dadurch unterscheidet sie sich von der Istkostenrechnung, die die tatsächlich angefallenen Kosten zugrunde legt, sowie von der Normalkostenrechnung, die mit den durchschnittlichen bzw. normalisierten Kosten der vergangenen Zeiträume rechnet.

Durch den Ansatz zukünftig geplanter Kosten ist dieses System der Kostenrechnung völlig unabhängig von dem in der Vergangenheit entstandenen Verbrauch und den Preisen. Die für die Plankostenrechnung relevanten Daten werden durch Schätzungen oder Berechnungen ermittelt. Um zu ermitteln, ob die Plankosten nicht überschritten wurden, werden in der Plankostenrechnung Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt.

Die Plankostenrechnung wird in der Regel in Form der Vollkostenrechnung dargestellt, bei der den einzelnen Kostenträgern sämtliche Kosten des Güterverbrauches zugerechnet werden sollen. Mit der sogenannten „Grenzplankostenrechnung“ existiert jedoch auch eine Modifikation der Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis, bei der den Kostenträgern nur Teile der gesamten Kosten zugeordnet werden.

Was ist starre Plankostenrechnung?



Es gibt zwei Arten der Plankostenrechnung, die starre Plankostenrechnung und die flexible Plankostenrechnung.

Bei der starren Plankostenrechnung, der einfachsten Form der Plankostenrechnung, erfolgt keine Trennung in Fixkosten und variable Kosten. Hier werden die Plankosten für einen als konstant angenommenen Beschäftigungsgrad, der Planbeschäftigung, berechnet.

Diese Plankosten werden für den Soll-Ist-Vergleich herangezogen, auch wenn die tatsächliche Beschäftigung von der Planbeschäftigung abweicht. Eine wirksame Kostenkontrolle ist daher nur möglich, wenn die tatsächliche Beschäftigung mit der Planbeschäftigung übereinstimmt. Anderenfalls ist mit Hilfe der starren Plankostenrechnung keine wirksame Kostenkontrolle möglich, da mit ihr nur die Gesamtabweichung festgestellt, jedoch keine Ursachenanalyse der Kostenabweichung betrieben werden kann.

Was ist flexible Plankostenrechnung?

Bei der flexiblen Plankostenrechnung werden Sollkosten in die Berechnung miteinbezogen, sodass sie an die tatsächlichen Verhältnisse angepasst werden kann. Die flexible Plankostenrechnung trennt auf der Kostenstellenebene variable Kosten und Fixkosten und unterscheidet die Fixkosten wiederum in Nutzkosten und Leerkosten.

Mit der flexiblen Plankostenrechnung ist eine Ursachenanalyse der Kostenabweichung möglich, da sie eine Aufteilung der Gesamtabweichung in Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung ermöglicht.

Die Verbrauchsabweichung stellt die Differenz von tatsächlich angefallenen Istkosten und Sollkosten dar. Eine Verbrauchsabweichung kann zum Beispiel durch erhöhten Verbrauch von Produktionsfaktoren oder durch Produktivitätssteigerungen entstehen.

Die Beschäftigungsabweichung ist die Differenz zwischen Sollkosten und verrechneten Kosten der Ist-Beschäftigung. Diese Abweichung ist auf ungenutzte Kapazitäten, sogenannte Leerkosten, zurückzuführen.

Unter Preisabweichung wird die Differenz zwischen tatsächlichen Ist-Einstandspreisen und Plan-Einstandspreisen verstanden. Eine Preisabweichung kann beispielsweise durch gestiegene Einkaufspreise für das Fertigungsmaterial entstehen.

Die Gesamtabweichung ist die Summe aus Verbrauchsabweichung und Beschäftigungsabweichung. Sie gibt an, ob eine Kostenüberdeckung oder eine Kostenunterdeckung besteht.

Zusammenfassung

  • Plankostenrechnung ist gekennzeichnet durch die Zugrundelegung geplanter Kosten (Plankosten)
  • Plankostenrechnung wird in der Regel als Vollkostenrechnung dargestellt, jedoch ist auch eine Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis möglich
  • starre Plankostenrechnung ermittelt nur die Gesamtabweichung, ermöglicht aber keine Ursachenanalyse der Kostenabweichung
  • mit flexibler Plankostenrechnung ist eine Aufteilung der Gesamtabweichung in Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung und damit eine Ursachenanalyse der Kostenabweichung möglich
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