Personalfreisetzung

Die Personalfreisetzung umfasst alle Prozesse, um Überkapazitäten der Belegschaft in allen Ebenen eines Unternehmens zu verringern. Eine Überkapazität ist gegeben, wenn der Personalbestand größer ist als der Personalbedarf.




Definition / Erklärung

Bei einer Personalfreisetzung geht es in erster Linie um die Verringerung der Mitarbeiteranzahl, wenn deren Arbeitskraft nur noch teilweise oder gar nicht mehr benötigt wird.

Es ist dabei aber nicht zwangsläufig notwendig, dass die Gesamtbelegschaft reduziert wird. Handelt es sich nur um partielle Überkapazitäten, werden meist Überstunden (zwangs-)abgebaut, die Arbeitszeiten verkürzt oder die Kurzarbeit eingeführt.

Ist dauerhaft mit einer Überkapazität zu rechnen, werden in der Regel Stellen abgebaut. Dabei werden durch beispielsweise Tod oder Arbeitsplatzwechsel ausgeschiedene Arbeitskräfte nicht ersetzt, ein freiwilliges Ausscheiden durch angebotene Prämien gefördert oder Entlassungen vorgenommen.

Ursachen von Personalfreisetzung

Die Ursachen für eine Personalfreisetzung können vielfältig sein. Hauptsächlich findet dieses Instrument als Reaktion auf situative Veränderungen Verwendung, beispielsweise bei:

  • saisonalen Schwankungen
  • konjunkturellen Entwicklung
  • Rationalisierung von Arbeitsprozessen durch Automatisierungen und Mechanisierungen
  • Mismanagement
  • strukturelle Veränderungen durch Standortwechseln oder -aufgabe
  • Reorganisierung oder Zusammenführung verschiedener Abteilungen oder Unternehmen

Daneben können auch gewinnorientierte Ursachen zu einer Personalfreisetzung führen. Dazu gehören:

  • eine erhoffte, meist kurzfristige Gewinnsteigerung des Unternehmens
  • eine Wertsteigerung von börsennotierten Unternehmen

Maßnahmen bei Personalfreisetzung



Eine Personalfreisetzung ist mit bestimmten Maßnahmen verbunden, die sich in fünf Bereiche unterteilen lassen:

Unternehmenspolitische Maßnahmen – Unternehmenspolitische Maßnahmen zielen auf eine dauerhafte Arbeitsplatzsicherung ab. Dabei werden Maßnahmen ergriffen, die langfristig den Erfolg des Unternehmens steigern und vorliegende Überkapazitäten der Belegschaft reduzieren sollen.

Neben Kostensenkungen zählen hierzu auch Subventionen, Wartungs-, Reparatur- und Erneuerungsarbeiten oder die Erschließung eines neuen Geschäftsfelds.

Personalpolitische Maßnahmen – Personalpolitische Maßnahmen hingegen versuchen, die durch eine Freisetzung entstehenden Nachteile für Unternehmen und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.

Zu diesen Maßnahmen zählen eine Personalflexibilisierung durch mehr Mobilität und Mehrfachqualifikationen, einem Aufbau von Rand- und Stammbelegschaften oder einer Reorganisation der Altersstruktur eines Unternehmens.

Qualitative Maßnahmen – Qualitative Maßnahmen beziehen sich auf die Personalentwicklung durch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Gegensatz dazu zielen die quantitativen Maßnahmen auf eine Reduzierung der Belegschaft ab.

Dabei werden zum einen positive Anreize für ein Ausscheiden geboten oder für ein Verbleib im Unternehmen reduziert, beispielsweise durch Prämien oder Kürzungen von Sozialleistungen.

Auch eine frühzeitige Pensionierung, Aufhebungsverträge oder Auslaufen von befristeten Verträgen zählen dazu.

Örtliche Maßnahmen – Örtliche Maßnahmen versuchen, innerhalb eines Unternehmens den Kapazitätenüberschuss auszugleichen. Voraussetzung hierfür ist zum einen, dass in einem Bereich einen Überschuss und in einem anderen Bereich eine Unterversorgung vorherrschen und die Qualifikationen dieser Bereiche relativ deckungsgleich sind.

Der Vorteil bei örtlichen Maßnahmen ist, dass das Personal nicht reduziert werden muss.

Zeitliche Maßnahmen – Zeitliche Maßnahmen zielen auf Anpassungen der Arbeitszeiten ab, wodurch die Überkapazität ohne eine Mitarbeiterreduzierung ausgeglichen werden kann. Zu diesen Maßnahmen gehören veränderte Urlaubsgestaltungen, Abbau von Überstunden, Mehr- und Kurzarbeit, Sonderschichten oder Arbeitszeitverkürzungen.

Personalfreisetzung ist Mitarbeiterentlassungen

Personalfreisetzung wird oftmals als Euphemismus für Mitarbeiterentlassungen verwendet und wird daher oftmals als diskriminierend kritisiert. Vor allem Arbeitgebervertreter nutzen diesen Begriff, um gegenüber des eigenen Personals oder der Öffentlichkeit bevorstehende Entlassungen zu umschreiben.

Zusammenfassung

  • Personalfreisetzung ist Verringerung der Mitarbeiteranzahl
  • Ursachen bzw. Gründe: saisonalen Schwankungen, konjunkturellen Entwicklung, Rationalisierung von Arbeitsprozessen
  • Maßnahmen unterscheiden sich nacj Unternehmens- und Personalpolitik, Quantität, Qualität, Ort, Zeit
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