Normalkostenrechnung

Bei der Normalkostenrechnung wird statt von Istgrößen von normalisierten Größen ausgegangen. Normalkosten sind durchschnittliche Istkosten der Vergangenheit, die durch eine statistische Mittelwertbildung errechnet werden und als Verrechnungssätze dienen.




Normalkostenrechnung

Kostenunterdeckung und Kostenüberdeckung

Die Normalkostenrechnung wird dadurch vollzogen, dass im Mengengerüst mit Normalmengen, im Preisgerüst mit festen Verrechnungspreisen bei den Einzelkosten und mit Normalkostenzuschlägen für die Gesamtkosten gearbeitet wird.

Kostenunterdeckung – In der Regel bestehen Abweichungen zwischen den tatsächlichen Istkosten und den verrechneten Normalkosten. Sofern die Istkosten die verrechneten Normalkosten übersteigen, tritt eine Kostenunterdeckung auf.

Kostenüberdeckung – Sind die Normalkosten jedoch höher als die tatsächlichen Kosten, besteht eine Kostenüberdeckung.

Wenn die normalisierten Werte zufällig den Istgrößen entsprechen bzw. wenn Über- und Unterdeckungen sich gerade ausgleichen, sind die Beträge der Normalkostenrechnung und Istkostenrechnung identisch.

Ursachenanalyse



Kostenunter- und Kostenüberdeckungen bedürfen einer besonderen Ursachenanalyse. Diese kann sich grundsächlich auf zwei Bereiche erstrecken:

(a) auf die Preisabweichung als Unterschied zwischen den verrrechneten Preisen (Normalpreisen) und den Istpreisen der Kostengüter;

(b) auf die Mengenabweichung als Differenz zwischen den Durchschnittsmengen der abgelaufenen Perioden (Normalmengen) und den tatsächlich verbrauchten Mengen.

Starre Normalkostenrechnung

Die starre Normalkostenrechnung vereinfacht die Kostenrechnung, weil die Verrechnungssätze bzw. Kosten über eine längere Zeit beibehalten werden. Statische und aktualisierte Mittelwerte können verwendet werden. Eine Kostenauflösung in variable und fixe Kosten findet nicht statt. Die Unterscheidung in Verbrauchs- und Beschäftigungsabweichung ist nicht möglich. Lediglich eine Gesamtabweichung kann festgestellt werden.

Flexible Normalkostenrechnung

Im Gegensatz zur starren Normalkostenrechnung setzt die flexible Normalkostenrechnung eine Kostenauflösung in fixe (beschäftigungsunabhängige) und variable (beschäftigungsabhängige) Kosten voraus. Die Berücksichtigung von Beschäftigungsabweichungen ermöglicht eine verbesserte Kostenkontrolle.

Zusammenfassung

  • Normalkostenrechnung vereinfacht den Abrechnungsprozess – speziell die innerbetriebliche Leistungsverrechnung sowie die Kostenträgerstückrechnung
  • bei der Erfüllung unternehmerischer Planungsaufgaben bringt die Normalkostenrechnung keine Verbesserung gegenüber der Istkostenrechnung
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