Nachhaltigkeit in der Wirtschaft

Nachhaltigkeit bedeutet soviel wie „auf Dauer angelegt.“ Ein Wirtschaftsgeschehen auf Nachhaltigkeit anzulegen verlangt daher es so zu gestalten, daß es im Prinzip in einer gewissen Weise für immer so fortgeführt werden könnte. Oft wird dabei eine gewisse Autonomie unterstellt, also eine Unabhängigkeit von Tauschbeziehungen mit anderen Wirtschaftseinheiten.




Der Begriff der Nachhaltigkeit leitet Entscheidungen in Wirtschaftseinheiten, deren Ziel es ist, unabhängig auf Dauer fortleben zu können. Vielfach kann aus physikalischen und technischen Gesetzen abgeleitet werden, ob eine Maßnahme die Nachhaltigkeit fördert oder nicht. Das Prinzip der Nachhaltigkeit wird deswegen vor allem von Vertretern der Ökologie gefordert, die Grenzen für den Bereich erkennen, der rein nach ökonomischen Gesichtspunkten gestaltet werden könnte.

Die übliche ökonomische Lehre beruht auf Tauschbeziehungen zwischen Wirtschaftseinheiten. Tauschhandlungen und Märkte erzeugen „Werte.“ Ziel ist in der üblichen ökonomischen Lehre nicht mehr die unabhängige Fortexistenz einer wirtschaftlichen Aktivität, sondern die Schaffung von Werten.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit kommt dagegen ohne eine ökonomische Wertbildung aus. Das Ziel des Wirtschaftens besteht nicht darin, das Ergebnis in Märkten zu verwerten und dabei möglichst viel an Wertschöpfung zu realisieren, eventuell unter Aufgabe der eigenen Existenz.



Aus der Perspektive ökonomischer Werte macht es keine großen Unterschiede, ob ein Unternehmer seine Firma fortführt oder ob er sie liquidiert hat, und das Geld an den Finanzmärkten investiert hält.

Das Ziel der Nachhaltigkeit ist dagegen die eigene Fortexistenz, möglichst unabhängig von der Erfordernis, mit anderen in Austauschbeziehungen zu treten. Dennoch wäre verfehlt, das Prinzip der Nachhaltigkeit als „unökonomisch“ abzutun. Ökonomen sind sich oft nicht bewußt, wie oft sie für eine Unternehmung als Zielsetzung die „Sicherung langfristiger Existenz“ postulieren und damit auf das Prinzip der Nachhaltigkeit umschalten, weg von der Zielsetzung der Steigerung des Marktwertes. Die Nachhaltigkeit ist ein Postulat für die Gestaltung wirtschaftlichen Tuns, das in Konkurrenz zum Value-Management steht.

Welche von beiden Leitideen die „richtigere“ ist, hängt vor allem von einem Punkt ab. Die Frage lautet, ob alle für das Tun und die Entscheidungen wichtigen Aspekte durch Märkte ökonomisch richtig bewertet werden. Dort wo die Landkarte der Ökonomie weiße Flecken hat, ist es klug, sich so zu verhalten, daß man langfristig in Unabhängigkeit überleben kann. Dort, wo es funktionierende Märkte gibt, erhöhen Tausch und Arbeitsteilung die Wohlfahrt.



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