Lombardkredit

Lombardkredite sind kurzfristige Darlehen gegen Verpfändung von Waren oder Wertpapieren, die mit einem bestimmten Prozentsatz ihres Wertes beliehen werden. Der Beleihungssatz hängt von der Güte des Pfandes bzw. von dem Ausmaß der möglichen Preisschwankungen ab.

Man kann beispielhaft mit folgenden Beleihungssätzen ausgehend vom jeweiligen Tageswert (Kurs- oder Börsenwert) rechnen:

  • Pfandbriefe und Schuldverschreibungen öffentlich-rechtlicher Körperschaften: 75-80%
  • Aktien und Industrieobligationen: 50-60%
  • Waren: 50-66%
  • Forderungen an Lebensversicherungen (Rückkaufswert): 80%

Der Lombardkredit ist ein Geldkredit im Rahmen der kurzfristigen Fremdfinanzierung. Er wird einem Kreditnehmer von einem Kreditinstitut gegen die Verpfändung von Wertpapieren, Waren, Wechseln, Forderungen oder Edelmetallen gewährt, wobei die verpfändeten Güter nicht in der vollen Höhe ihres Wertes beliehen werden. Als Rechtsgrundlagen gelten §§ 1204 bis 1296 BGB.

Vom Kontokorrentkredit unterscheidet sich der Lombardkredit vor allem dadurch, dass er zu einem festen Termin in voller Höhe bereitgestellt bzw. zurückgezahlt wird. Er weist damit nicht die Flexibilität des Kontokorrentkredites auf, wird aber häufig in Anspruch genommen, wenn die Kreditlinie beim Kontokorrentkredit erschöpft ist. Das Kreditinstitut knüpft bei der Gewährung des Lombardkredits an die zu verpfändenden Güter besondere Erwartungen. Sie sollten wertbeständig, schnell liquidierbar und einfach zu bewerten sein. Damit kommen nicht alle Güter für eine Verpfändung in Betracht.

Die Verpfändung von Wertpapieren steht im Vordergrund, zumal das Kreditinstitut sie vielfach bereits verwahrt, sodass sich eine Übergabe erübrigt. Da sie meist börsenmäßig gehandelt werden, ist ihr Wert leicht feststellbar. Sie werden zwischen 50 % und 80 % beliehen.

Die Verpfändung von Waren gestaltet sich schwieriger. Sie müssen haltbar und marktfähig sein. Die Ermittlung ihres Wertes ist mitunter nicht ohne Probleme. Ihre Lagerung erfolgt meist in einem Lagerhaus, der Lagerschein wird dem Kreditinstitut übergeben. Die Beleihungsgrenze liegt um 50 %, kaum jedoch über 65 %.

Die Kapitalkosten orientieren sich am Zinssatz für Spitzenrefinanzierungsfazilitäten der Europäischen Zentralbank. Weitere Kosten sind für die Bewertung, Verwahrung und Verwaltung der verpfändeten Güter möglich. Sie bewegen sich damit in der Nähe der Kosten für den Kontokorrentkredit.



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