Lagerwirtschaft: Ziele und Aufgaben

Jeder Betrieb ist unterschiedlich hinsichtlich der Beschaffung, der Erstellung von Leistungen und dem Absatz dieser Leistungen. Daraus und aus der Art der erstellten Leistungen ergeben sich unterschiedliche Aufgaben und ein unterschiedlicher Umfang der Lagerhaltung.

Es leuchtet ein, dass ein Dienstleistungsunternehmen, wie z. B. ein Gebäudereinigungsunternehmen oder ein Kreditinstitut, nur in geringem Umfang Lagerhaltung betreiben, während ein Handelsbetrieb oder Industriebetrieb mit einem sehr großen Sortiment ein umfangreiches Lager unterhält.

Die Lagerwirtschaft hat durch Bereitstellung der benötigten Werkstoftfe, Halbteile, Fertigfabrikate oder Handelswaren stets die Leistungs- und Lieferfähigkeit des Betriebes zu gewährleisten.

Je nach Betriebszweck erfüllt das Lager folgende Aufgaben:

Überbrückungsfunktionen ergeben sich hinsichtlich Raum und Zeit aufgrund von Unregelmäßigkeiten auf dem Beschaffungsmarkt. Zeitliche Ausgleichsfunktion hat das Lager z. B. bei saisonal produzierten Gütern wie Obst und Gemüse. Eine preisliche Überbrückungsfunktion ergibt sich z.B., wenn durch hohe Bestellungen der Preis des Lieferanten gesenkt werden kann (Mengenrabatt).



Bearbeitungs- und Reifungsfunktionen erfüllt das Lager, um Waren verkaufsfähig zu machen (z. B. bei Käse oder Wein).

Eine Spekulationsfunktion erfüllt das Lager, wenn Materialien bevorratet werden, um bevorstehende Preiserhöhungen zu umgehen. So werden Unternehmen vor allem bei absehbaren Krisen, die sich auf Rohstoffmärkte auswirken können (z. B. Rohöl, Kupfer), eine höhere Bevorratung anstreben.

Eine Sicherungsfunktion für gleichmäßige Beschäftigung und Lieferfähigkeit erfüllt das Lager für Produktion, Handel und Dienstleistungsgewerbe. Sowohl der Leistungsprozess als auch der Absatzbereich wird damit gegen Störungen oder unvermutet auftretenden hohen Bedarf abgesichert. Bleibt z. B. durch einen Streik ein LKW eines Lieferanten an der Grenze liegen, kann die Produktion unterbrochen werden.

Im Handel hat das Lager eine Sortimentsbildungsfunktion. Ein Bürofachgroßhandel gewährleistet z. B. bei ca. 40 000 verschiedenen Artikeln seinen Kunden die jederzeitige Zusammenstellung einer Lieferung von verschiedenen Büromaterialien. Diese Dienstleistung ist nur möglich durch Bevorratung entsprechender Sortimente und Mengen.

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