Kaufkraftparität

Die Kaufkraftparität vergleicht die Kaufkraft zwischen zwei unterschiedlichen Standorten. Das kann sowohl innerhalb eines gleichen Währungsgebietes sein, als auch zwischen unterschiedlichen Währungsräumen. Sie liegt vor, wenn zwei identische Warenkörbe an beiden Standorten zum gleichen Geldwert erworben werden können.




Methode der Ermittlung der Kaufkraftparität

Zum Vergleich wird ein Warenkorb aus definierten Waren und Dienstleistungen gebildet, der die typischen Lebenshaltungskosten repräsentiert.

Für beide Standorte wird die Geldsumme gebildet und vergleichen. Sind die Beträge gleich hoch, liegt eine Kaufkraftparität vor. Bei unterschiedlichen Währungsräumen werden die ermittelten Geldsummen der beiden Warenkörbe über einen Wechselkurs vergleichbar gemacht. Liegt Kaufkraftparität vor, dann sind der nominale und der reale Wechselkurs identisch.

Theorie der Kaufkraftparität



Ausgangspunkt ist die These, das eine bestimmte Geldeinheit in jedem Land der Welt die gleiche Kaufkraft aufweisen muss. Das bedeutet aber auch, ein gleiche Ware müsste in der ganzen Welt zum gleichen Preis verkauft werden. Ansonsten wären Differenzgeschäfte möglich, die sogenannten Arbitragegeschäfte.

Daraus wird abgeleitet, das Wechselkursschwankungen zwischen zwei Währungen dazu dienen, Preisunterschiede wieder auszugleichen um besagte Theorie sicherzustellen. Basis der Betrachtung der Kaufkraftparitätentheorie ist dabei der Vergleich auf Basis eines US-Dollars. Es wird bestimmt, wie viel Einheiten einer anderen Währung müssen für den identischen Warenkorb aufgewendet werden.

Der Wert wird als relative Kaufkraftparität bezeichnet. Der Wechselkurs darf diesen Wert mit kurzfristigen Schwankungen verlassen, langfristig aber besagt die Theorie, muss er sich um diesen Wert bewegen.

Die Theorie ist nicht unumstritten. Insbesondere vernachlässigt diese vereinfachte Darstellung, das die Entwicklung der Wechselkurse einer weiteren Reihe von Einflüssen unterliegen, die ganz andere Ziele verfolgen. Wechselkurse sind auch Spekulationsobjekte. Der Anteil der Devisengeschäfte aus dem Kauf und Verkauf von Waren ist im Devisenhandel unbedeutend.

Exemplarisches Beispiel ist die Spekulation von George Soros 1992 gegen das britische Pfund. Alleine mit spekulativen Devisenhandel brachte er die Währung zum Einbruch und realisierte mit seiner Wette auf fallende Kurse Milliarden.

Beispiel der Kaufkraftparität

Der Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und einer Währung beträgt 1,50 Einheiten. Das bedeutet, um einen US-Dollar zu erwerben, müssen 1,50 Einheiten der Beispielwährung aufgewendet werden.

Die Kaufkraftparität zwischen dem US-Dollar und der Beispielwährung beträgt aber 2,00 Einheiten. Das heißt im Beispielland konnten mit 2,00 Einheiten der Währung gleich viele Waren gekauft werden wie in den USA mit 1,00 US-Dollar.

  • Waren ABC für 1,00 US-Dollar
  • Waren ABC für 2,00 Einheiten der Beispielwährung
  • 1,50 Einheiten der Beispielwährung = 1,00 US-Dollar
  • = Waren ABC müssten 1,50 Einheiten der Beispielwährung kosten

Das heißt die Beispielwährung ist überbewertet. Die Differenz zwischen Wechselkurs an der Börse und der höheren Kaufkraftparität ist Spielraum für ein Differenzgeschäft. Mit einem Kurs von 1,50 werden Dollars gekauft, mit diesen Dollars werden Waren in den USA erworben, die sich im Beispielland mit Gewinn verkaufen lassen. Die Preise im Beispielland sind (um den Wechselkurs bereinigt) zu hoch.

Zusammenfassung

  • die Kaufkraftparität vergleicht die Kaufkraft zwischen zwei Standorten
  • Basis eines Vergleichs sind identische Warenkörbe und Dienstleistungen
  • die Kaufkraftparität unterstellt, das bereinigt um den Wechselkurs gleiche Waren gleich Preise haben
  • die Korrektur der Wechselkurse durch Warengeschäfte entsprechend Kaukraftparitätstheorie ist umstritten
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