Kalkulatorisches Wagnis

Kalkulatorisches Wagnis

Ein Wagnis ist die mit jeder unternehmerischen Tätigkeit verbundene Verlustgefahr, die das eingesetzte Kapital bedroht. Es kann sich auf Gewinnminderung, Gewinnentgang, Kapitalminderung und Kapitalverbrauch erstrecken. Andererseits bietet das Wagnis eine Chance der Kapitalmehrung. Höhe und Zeitpunkt eines Verlustes sind nicht vorherbestimmbar.

Das allgemeine Unternehmerwagnis bezieht sich auf das Unternehmen als Ganzes. Es wird kalkulatorisch nicht angesetzt, da es im Gewinn abgegolten wird. Eine Abdeckung über Versicherungen ist ebenfalls nicht möglich.

Einzelwagnisse

Dagegen können Einzelwagnisse, die sich unmittelbar auf einzelne Unternehmensbereiche beziehen, vorhersehbar und aufgrund von Erfahrungswerten berechenbar sind, kalkulatorisch angesetzt oder versichert werden.

Arten der möglichen Einzelwagnisse

Gewährleistungswagnis

Beispiele: Garantieverpflichtungen, Ersatzlieferung, Preisnachlass, Nacharbeit, Vertragsstrafe
Bezugsgroße: Herstellungskostender Erzeugnisse

Entwicklungswagnis

Beispiele: Fehlgeschlagene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
Bezugsgroße: Entwicklungskosten der Periode

Vertriebswagnis

Beispiele: Forderungsausfälle, Währungsverlust
Bezugsgroße: Forderungsbestand oder Umsatz

Anlagenwagnis

Beispiele: Ausfälle, Wertminderungen, vorzeitiges Nutzungsende von Anlagegütern
Bezugsgroße: Anschaffungswert oder Buchwert

Beständewagnis

Beispiele: Schwund, Güteminderung, Entwertung der Vorräte, Veraltern der Ware
Bezugsgroße: Wert des durchschnitt-lichen Lagerbestandes

Fertigungswagnis

Beispiele: Material-, Arbeits- und Kon- struktionsfehler, Ausschuss, Nacharbeit
Bezugsgroße: Herstellungskosten der Erzeugnisse

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