Finanzierung, aus sonstigen Kapitalfreisetzungen

Die Finanzierung aus sonstigen Kapitalfreisetzungen ist eine Form der Innenfinanzierung. Sie kann erfolgen als:

Rationalisierung, bei der eine Verringerung des Kapitaleinsatzes bewirkt wird, ohne dass es zu einer Verminderung des Produktionsvolumens bzw. des Umsatzvolumens kommt, z. B. durch verbesserte Materialdisposition oder vorteilhaftere Fertigungsverfahren. Damit werden finanzielle Mittel freigesetzt, die für andere Zwecke verwendet werden können.

Vermögensumschichtung, bei der materielle und/oder immaterielle Vermögenswerte in liquide Form überführt werden, um für Finanzierungszwecke zur Verfügung zu stehen. Man spricht auch von Substitutionsfinanzierung. Sie führt nicht zu einer Verlängerung der Bilanz, sondern es handelt sich aus bilanzieller Sicht lediglich um einen Aktivtausch. Die Vermögensumschichtung sollte sich aber nur auf Vermögensgegenstände beziehen, die

– einen hohen Liquiditätswert aufweisen

– zu keinen wesentlichen Rückwirkungen auf das Kreditvolumen führen

– keinen oder einen nur geringen Buchverlust bewirken

– nicht zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit führen.

Als interne Liquiditätsreserven sind Wertpapiere des Umlaufvermögens zur Vermögensumschichtung am besten geeignet. Die Höhe der Liquiditätsreserven sollte sich nach den sonstigen Möglichkeiten der Liquiditätssicherung richten.

Die Veräußerung anderer Gegenstände des Anlagevermögen und Umlaufvermögens erweist sich häufig als problematisch. So sollte das Abstoßen von Vorräten zu Zwecken der Innenfinanzierung nur als Notmaßnahme gelten. Verkäufe von Anlagen können gegebenenfalls zu Verlusten und zur Gefährdung der Betriebsbereitschaft führen.



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