Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten

Die Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten ist eine Form der Innenfinanzierung, aus welcher der Aufwand für Rückstellungen ofort verrechnet wird, die Auszahlungen aber erst in späteren Perioden erfolgen. Während des dazwischen liegenden Zeitraumes kann das Unternehmen über die Rückstellungen verfügen, sofern die Gegenwerte über den Umsatzprozess zugeflossen sind. Daraus ergibt sich, dass die Rückstellungen unter Finanzierungsaspekten umso wertvoller sind, je länger sie dem Unternehmen zur Verfügung stehen.

Kurzfristige Rückstellungen haben für die Finanzierung eine untergeordnete Bedeutung, da sie sich rasch wieder auflösen. Mittelfristige Rückstellungen, z. B. für Prozessrisiken, Garantieverpflichtungen, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, sind für die Finanzierung etwas günstiger zu beurteilen. Für die Finanzierung bedeutsam sind jedoch langfristige Rückstellungen, insbesondere die Pensionsrückstellungen, die folgende Merkmale haben:

· Sie sind Fremdkapital, das aufgrund freiwillig oder vertraglich übernommener betrieblicher Ruhegeldverpflichtungen gegenüber Betriebsangehörigen aus Gewinnanteilen gebildet und einem Pensionsfonds zugeführt wird, um diese Verpflichtungen bei Fälligkeit erfüllen zu können.

· Sie stehen als Fremdkapital dem Unternehmen nicht nur langfristig sondern oft auch in beträchtlichem Umfang zur Verfügung.

Wenn sich ein Unternehmen verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine Altersversorgung zu gewähren, sind Rückstellungen bereits ab dem Jahr der Zusage zu bilden (§ 249 HGB). Die Ausgaben für die Pensionäre erfolgen erst erheblich später. Die Berechnung der jährlichen Rückstellungsraten für Pensionen hat nach Grundsätzen der Versicherungsmathematik zu erfolgen.



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