Externe Effekte

Auch bekannt als: Externalität

Unter externen Effekten werden in der Volkswirtshaftslehre ökonomische Entscheidungen von Unternehmen verstanden, welche sich auf unbeteiligte Marktteilnehmer auswirken. Die verursachenden Unternehmen ignorieren dabei die sozialen und ökologischen Folgen ihres Handelns. Bei solch einem Mechanismus muss der Staat eingreifen, um andere Unternehmen sowie Haushalte zu unterstützen.




Definition / Erklärung

Das markanteste Merkmal externer Effekte ist, dass diese sich nicht auf den Verursacher selbst auswirken. Der Grund dafür ist, dass zwischen dem Verursacher und dem Betroffenen keine über den Markt- und Preismechanismus verbundene Beziehung beziehungsweise Vertragsbeziehung besteht. Die Ursache für externe Effekte bestehen in der Diskrepanz zwischen privaten und sozialen Kosten beziehungsweise Erträgen.

Private Kosten – Kosten die von Unternehmen und beteiligten Person getragen werden müssen

Sozialen Kosten – Kosten die der gesamten Volkswirtschaft entstehen

Arten von externen Effekten



Positive externe Effekte – Bei positiven externen Effekten profitieren Dritte, welche auch als Trittbrettfahrer bezeichnet werden, da sie ein Gut nutzen jedoch nicht dafür zahlen müssen.

Ein Beispiel für eine positive Produktionsexternalität sind Firmen, die Forschungen durchführen und die Ergebnisse veröffentlichen. Die Firma hat dadurch Gewinn, aber auch Dritte profitieren von den Ergebnissen.

Negative externe Effekte – Negative externe Effekte fallen zumeist im Verkehrs- und Energiebereich an. So stellt sich beispielsweise im Verkehr die Situation folgendermaßen dar: Eine Verkehrsleistung umfasst einen gewissen Nutzen, wie das Erreichen eines Ziels als auch anfallende Kosten (z.B. Reparatur der Fahrbahnen).

Die etwaigen Kosten fallen dabei nicht vollständig bei den Verkehrsteilnehmern an. Diese werden anderen Personen oder der Gesellschaft angelastet. Aufgrund dessen kann man von internen und externen negativen Effekten unterscheiden.

Formen von externen Effekten

Intrapersonell – Der intrapersonelle externe Effekt zeichnet sich in der Wirtschaft durch Lerneffekte aus. Aufgrund von Informationsmängeln wird die Nutzung bzw. der Konsum eines Guts zuvor anders als danach bewertet, da der Konsum Präferenzen beeinflusst.

Psychologisch – Der psychologische externe Effekt wird in der Wirtschaft als Interdependenzen der Nutzfunktion bezeichnet, ohne dass eine physische Verbindung besteht. Ein Beispiel dafür ist der Kauf eines Autos – hierbei kommt eine Externalität in Form von einer positiven Anteilname zustande – Neid des Nachbarns.

Positional – Der positionale externe Effekt bezeichnet die Position zwischen zwei Beteiligten. Erhöht eine Person ihre positionalen Güter (relativer Konsum), so erleidet die andere Person einen Rückfall. Ein Beispiel hierfür ist der Bau eines teuren Hauses in der Nachbarschaft, aufgrund dessen ein kleines Nachbarhaus beeinträchtigt wird.

Pekuniär – Der pekuniäre externe Effekt bezeichnet die Auswirkung von Entscheidungen einer bestimmten Person auf die Einkommensaufteilung zwischen Personen, wobei die betroffenen Dritten vom Preissystem erfasst werden aber keine Mitbestimmungsmöglichkeiten haben.

Ein Beispiel dafür sind Gewinneinbußen bei Personen aufgrund von Nachfragestrukturveränderungen anderer Personen. Angebote eines Günstiganbieters die, den Gewinn von anderen Unternehmen senken.

Technologisch – Ein klassisches Beispiel für einen technologischen externen Effekt ist die Umweltverschmutzung (negativ) aber auch Forschungssubventionen (positiv). Beide Varianten wirken sich auf Nutzenfunktionen von Unternehmen und Haushalte aus und können Marktversagen verursachen.

Externe Effekte verkörpern Marktversagen

Externe Effekte haben zur Folge, dass der Preismechanismus versagt, was im Allgemeinen als Marktversagen betitelt wird. Somit sind externe Effekte eine Form des Marktversagens. Hierbei muss der Staat eingreifen und denjenigen zur Verantwortung ziehen, der für die externen Effekte verantwortlich ist.

Dabei gilt grundsätzlich das Verursacherprinzip – allerdings lassen sich in der Realität die Verursacher eines negativen externen Effektes schwer ermitteln.

Zusammenfassung

  • Effekte treffen wirken sich auf unbeteiligte Marktteilnehmer aus
  • es gibt verschiedene Arten (positiv / negativ) und Formen von externen Effekten
  • externe Effekte bedeuten grundsätzlich Marktversagen
  • sie wirken sich auf die gesamte Volkswirtschaft aus
  • Ursache ist die Diskrepanz zwischen privaten und sozialen Kosten
  • Auswirkungen und Verursacher lassen sich nicht genau ermitteln
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