Cash-Management

Cash-Management ist der angloamerikanische Ausdruck für (tägliche) Finanzdisposition(-rechnung). Ihre Aufgabe ist die Kassensteuerung zum einen durch den Ausgleich der verschiedenen Unternehmenskonten untereinander und zum anderen durch die Aufnahme und Anlage kurzfristiger Gelder ( Finanzplanung). Diese Aktivitäten werden unter dem Ziel größtmöglicher Rentabilität bei vorgegebenem Sicherheitsniveau gemäß den Richtlinien der Liquiditätsplanung durchgeführt.




Wesentliche Grundlage eines effizienten Cash-Managements sind aktuelle Informationen über sämtliche Zahlungsströme und Kontostände bei Kreditinstituten. Da die Übertragungszeit eines normalen Kontoauszugs im internationalen Geschäft mehrere Tage beträgt, wurden elektronische Informations- und Dispositionssysteme entwickelt, die den Vorteil einer höheren Aktualität und Schnelligkeit der Datenübermittlung aufweisen. Diese Cash-Management-Systeme richten sich vor allem an international tätige Unternehmen mit einer hinreichend großen Zahl und Komplexität der durchzuführenden Transaktionen.

Die Hauptbestandteile von Cash-Management-Systemen sind Balance Reporting, Money Transfer, Pooling und Netting. Das Balance Reporting stellt die benötigten Kontoinformationen bereit, die i.d.R. direkt beim Unternehmenstreasurer zusammengeführt und dort mit Buchhaltungs-, Marktinformations- und Auswertungssystemen verknüpft werden. Der Datenaustausch erfolgt automatisiert über definierte Schnittstellen, so dass ein manueller Abgleich entfällt. Auch die Transaktionen zur Anlage von Überschüssen und zum Ausgleich von Finanzdefiziten (Money Transfer) erfolgen zunehmend automatisiert.



Das Pooling ist eine Dienstleistung von Kreditinstituten, bei der die Salden mehrerer Zahlungsverkehrskonten automatisch gegen ein Zielkonto konsolidiert werden. Dies dient dem Ausgleich der Kassenüberschüsse und -defizite innerhalb des Konzerns. Das Volumen kurzfristiger Kredite wird dadurch reduziert und das Zinsergebnis verbessert. Ein grenzüberschreitendes Pooling unterliegt in vielen Ländern rechtlichen Beschränkungen, die von einer Meldepflicht bis zu generellen Verboten reichen. Das Netting beinhaltet die periodische Aufrechnung konzerninterner Forderungen und Verbindlichkeiten mit dem Ziel, die effektiven Zahlungsströme zu vermindern und Transfergebühren einzusparen.

Viele Unternehmen bündeln ihre Cash-Management-Aktivitäten, indem sie nur noch mit wenigen Banken zusammenarbeiten, die über ein internationales Netzwerk verfügen und alle wesentlichen Finanzdienstleistungen aus einer Hand anbieten. Eine solche Konzentration ermöglicht eine stärkere Zentralisierung der Treasury-Aufgaben und erleichtert die Einhaltung gleicher Datenformate. Als Standard hat sich im elektronischen Zahlungsverkehr das Datenformat EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) herausgebildet. Die Bedeutung zuverlässiger Systeme für den Zahlungstransfer wird in Zukunft parallel mit dem Wachstum der elektronisch abgewickelten Geschäftsabschlüsse (E-Commerce) weiter zunehmen.



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