Betriebsoptimum

Das Betriebsoptimum bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre das Minimum der durchschnittlichen Stückkosten. Der Stückpreis wird auch als „langfristige Preisuntergrenze“ definiert, d.h. der Produktpreis der im Sinne der Vollkostenrechnung nicht unterschritten werden darf, um keine Verluste zu erwirtschaften.

Definition / Erklärung

Da das Betriebsoptimum gerade die Gesamtkosten deckt, wird es auch als Gewinnschwelle bezeichnet. Das Gegenteil des Betriebsoptimums ist das Betriebsminimum, welches die kurzfristige Preisuntergrenze bezeichnet, die allein variable Kosten abdeckt.

Betriebsoptimum

Teilweise wird das Betriebsoptimum auch als langfristige Preisuntergrenze, das Betriebsminimum als kurzfristige Preisuntergrenze bezeichnet. Ein Produkt, welches zum gleichen Preis wie das Betriebsoptimum verkauft wird, wirft für das Unternehmen keinen Gewinn ab. Muss ein Unternehmen seine Produktion unter den (variablen und fixen) Gesamtkosten verkaufen, erwirtschaftet es einen Verlust. Deswegen sollte das erste Ziel jedes Unternehmens sein, ein Betriebsoptimum zu finden, um dauerhaft sowie wirtschaftlich rentabel ein Produkt am Markt anzubieten.



Eine Ausnahme ist dabei unter anderem die Einführung eines neuen Produktes, so dass zeitweise das Minimum der durchschnittlichen Kosten unterboten wird, um das Produkt im Markt zu etablieren (siehe Preisstrategien)

Für Unternehmen kann es ebenso von Vorteil sein, den Preis auf das Betriebsoptimum zu setzen, wenn im Markt ein Verdrängungswettbewerb stattfindet oder das Produkt ohne Gewinnabsicht produziert wird. Bei einer linearen und degressiven Gesamtkostenfunktion befindet sich das Betriebsoptimum an der Kapazitätsgrenze. Unterliegt es jedoch einem progressiven und ertragsgesetzlichen Gesamtkostenverlauf, liegt das Betriebsoptimum bei der Ausbringungsmenge. Die Stückkostenfunktion hat hier ein Minimum.

Berechnung des Betriebsoptimums

Berechnet wird das Betriebsoptimum, indem aus der Stückkostenfunktion die erste Ableitung gebildet wird. Im Anschluss wird diese gleich Null gesetzt. Der dadurch ermittelte Wert X wird in die Ausgangsfunktion (= Stückkostenfunktion) eingesetzt.

Das damit errechnete Ergebnis stellt das Betriebsoptimum dar. Eine andere Möglichkeit zur Berechnung des Betriebsoptimums ist die Bestimmung als Schnittpunkt der Grenzkosten mit den totalen Durchschnittskosten. Der Schnittpunkt der Grenzkostenkurve K'(x) und der Stückkostenkurve k(x) wird berechnet, indem beide Funktionen gleich gesetzt werden und die Lösungsmenge bestimmt wird.

Zusammenfassung

  • Betriebsoptimum ist die langfristige Preisuntergrenze
  • hat als Wert das Minimum der durchschnittlichen Kosten
  • ist nicht dem Gewinnmaximum gleichzusetzen
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